Gebäudeautomation und Cloud

Gebäudeautomation und Cloud
Kaum ein anderes Thema beschäftigt oder spaltet die Meinung der Techniker im Moment so sehr wie das Thema Cloud. Wir haben uns das Thema genauer angeschaut und schliesslich auch eine Gebäudetechnik-Cloud getestet.
Autor: René Senn
Cloud und «Klaut» liegen wohl in unserem Sprachgebrauch einfach zu nahe beieinander, so dass sich in Bezug auf dieses Thema die Diskussionen und die Fronten nicht verhärten würden. Schlussendlich erreicht diese Diskussion immer wieder fast den gleichen Nenner. Es geht einerseits darum, dass die Daten sicher sind, anderseits will man verhindern, dass nicht ein Dritter aus den eigenen Daten Profit schlagen kann. Sicher haben auch die grossen «Datensammler» in der Branche nicht gerade positiv dazu beigetragen, dass die Cloud den Stellenwert erhält, den sie eigentlich erwarten könnte. Zu fest wurde während der Goldgräberstimmung die Angst des gläsernen Kunden geschürt, auch wenn diese natürlich nicht ganz unberechtigt ist.
Viele Vorteile
Betrachten wir jedoch die grundsätzliche Idee einer Cloud, geht es primär darum, Daten unabhängig vom Standort und möglichen Hilfsmitteln überall und «Datenkonsistent» zur Verfügung zu haben. Wir von eTrends zum Beispiel nutzen die Cloud, damit wir den digitalen Prozess der Daten vom Kunden über die Redaktion bis hin zum Druck besser gestalten können. Ohne Cloud-Lösung wäre das heutzutage ein Ding der Unmöglichkeit. Es wäre zu komplex und zu risikobehaftet. Die Daten per Mail auszutauschen, zumal sie von der Grösse her dafür gar nicht geeignet wären, wäre zu mühsam und risikoreich.
Teil der Digitalisierung des Arbeitsprozesses
Die Cloud als solches bietet uns im Produktionsprozess also grosse Vorteile. Wir arbeiten für eTrends von unterschiedlichen Standorten aus in der Schweiz. Von Bern über Aarau und Winterthur bis nach Rohrschach arbeiten alle gleichzeitig mit den gleichen Daten. Auch unterwegs im Zug haben wir direkt und live den Zugang auf aktuelle Versionen. Das ist ein grosser Vorteil. Ohne Cloud wäre das nicht denkbar. Das wäre also der Vorteil. Der Nachteil wäre, dass ein dritter, der so genannte Cloudbetreiber, Zugriff auf unsere bei ihm auf dem Server abgelegte Daten hat oder hätte. Hier gilt es den richtigen Provider zu wählen, oder selber ein Provider zu sein. Die zweite Variante dürfte aber längerfristig die aufwendigere Lösung sein. Denn eine Cloud selbständig und effizient zu betreiben, mit neuen Features auszustatten und immer à jour und sicher zu halten, sollte nicht unterschätzt werden. Dies gilt es auch zu berücksichtigen, weshalb dann eben eine professionelle Lösung, durchaus günstiger sein kann.
Wichtiges Detail die Standortunabhängigkeit
Aber warum das Beispiel von eTrends und nicht ein Beispiel aus der Gebäudeautomation? Ganz einfach: Es gelten die gleichen Grundregeln. Auch bei der Gebäudeautomation soll von unterschiedlichen Standorten und Plattformen, Mobil, PC, Laptop, OS usw. der Zugriff auf die Daten erfolgen. Auch hier soll der Zugriff jederzeit sicher und geschützt sein. Die Daten sollen sicher, am besten in der Schweiz, verwaltet werden. Das mögen wir halt als Schweizer: im eigenen Lande gespeichert.
Eine Cloud bietet im Umfeld der Gebäudeautomation zudem auch die Möglichkeit des sehr einfachen Zugriffs auf die an unterschiedlichen Orten installierten Systeme. Echtzeit-Daten lassen sich in der Cloud sicher speichern und es bedarf zu deren Abruf keinen direkten Zugang zum System. Grosse Firmen können auf diese Art und Weise auch Gebäude-, Live- und Performance-Daten von unterschiedlichen Gebäuden miteinander analysieren und so mit entsprechender Rechenkapazität zum Beispiel auch neue, intelligentere Regelalgorithmen erfinden.
Das ist auch ein Vorteil einer Cloud-Lösung, die vor allem für grosse Player längerfristig einen zusätzlichen Nutzen bietet. Wenn ich für mein Gebäude dafür bessere Regelparameter erhalte, investiere ich gegebenenfalls in ein solches Konzept mit meinen Daten, die ich über eine Cloud auch entsprechend nach vorabdefinierten Vereinbarungen zur Verfügung stelle. Dies wird aber vor allem im Zweckbau eine entsprechende Thematik sein.
Sicherer Zugriff auf das Smart-Home
Bei kleineren Anwendungen wie sie der Smart-Home-Markt verlangt, ist der Trend zu Cloudlösungen erst so richtig am Anlaufen. Die Firma Hooc aus dem schweizerischen Visp hat mit ihren Hooc Connect Lösungen für alle Anwendungsbereiche eine Plattform geschaffen, die genau diese Bedürfnisse vom grossen bis zum kleinen Nutzer und Integratoren erfüllt.
Der Cloud Selbstversuch
HOOC hat sich voll und ganz der Digitalisierung von Steuerungen der Industrie- und Gebäudetechnik verschrieben, das merkt man auch, wenn man den Selbstversuch macht. Wir von der eTrends-Redaktion haben uns nämlich ein solches Gerät angeschafft, um damit gleich den eigenen «eTrends GA Cloud Test» zu machen. Das Fazit, und das kann schon mal vorweggenommen werden, es ist wirklich sehr einfach und funktioniert im Betrieb auch tadellos. Es macht sogar richtig Spass.
Das Gerät, in unserem Falle ein Gateway vom Typ «Connect H LT M» wird auf die Hutschiene geschnappt, an 24-V angeschlossen, mit dem Heim- oder Anlagen-Netzwerk verbunden. Fertig. Die Installationsarbeiten der Anlage sind somit abgeschlossen. Nun wird mit der entsprechenden Seriennummer des Gerätes die Anmeldung beziehungsweise die Zuordnung des Gateways im entsprechenden my.HOOC-Portal gemacht. Dazu muss natürlich vorab ein Konto angelegt werden. Dieses Portal ist dann vor allem für Systemintegratoren spannend, die mehrere Anlagen betreuen, da schlussendlich alle ihre Kunden-Anlagen und die Zugriffe darauf über eine einzige Plattform verwaltet werden können. Die anschliessende Einrichtung der Systeme und Anlagen erfolgt dann ganz einfach und menügeführt. Der Zugriff auch auf unterschiedliche Anlagen, die in diesem Portfolio hinterlegt sind, ist anschliessend über eine gesicherte VPN-Verbindung jederzeit möglich. Für Smartphones und Tablet existiert dazu die HOOC App, mit der anschliessend auf die unterschiedlichen Anlagen − dies sind auch immer eigenständige IP-Teilnehmer wie eine Kamera, ein Server oder ein Gateway, innerhalb des Heimnetzwerkes − zugegriffen werden kann. Das Gateway bestimmt am Schluss die Zuordnung.


Visualisierung in und durch die Cloud
In unserem Falle haben wir zudem die direkt in HOOC integrierte Visualisierung genutzt, die es ermöglicht, auf KNX-Datenpunkte via IP zuzugreifen. Eine einfache, tabellarische Visualisierung zeigte schon nach wenigen Klicks, der richtigen Zuordnung des Datenpunkttyps und der richtigen Auswahl des KNX-IP Gateways mit der entsprechenden KNX-Broadcast Adresse den Zustand erster Datenpunkte im Projekt. Mit etwas Pröbeln und der integrierten Hilfe gelang es uns dann auch, die Daten der integrierten Photovoltaik-Anlage richtig darzustellen. Als Wert und als Trend. Und mit dem Essen kommt bekanntlich auch der Appetit und so wurde am selben Abend weitere wichtige Daten von Temperaturen, Stellgrössen, Fenster- und Türkontakten sowie Lüftungsdaten des Gebäudes auch gleich in die Visualisierung integriert. Einfach, aber praktisch, funktionell und schnell eingerichtet.
Reduziert den Aufwand
Ein weiterer grosser Vorteil dieser Lösung: Sie funktioniert sehr einfach und ohne weitere Einstellungen am Heimnetzwerk. Es braucht keine Port-Weiterleitungen oder weitere Lizenzen oder Portalkosten. Die innovativen Dienste der HOOC-Cloud bieten jetzt jederzeit einen einfachen und hochsicheren VPN-Zugriff sowie zentrale Anwendungen wie die Vernetzung, die Fernsteuerung, den Datenaustausch in Echtzeit, die Überwachung, die Fernwartung und das Monitoring.
Von der Redaktion eTrends gibt es dafür 5 Sterne und ein Daumenhoch!
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