Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit auf dem Markt für Ladestationen in der Schweiz?

Die Mehrheit der Elektrofahrzeuge wird zu Hause oder an Arbeitsplätzen geladen. Die Öffentliche Ladeinfrastruktur ist in der Schweiz bereits sehr gut ausgebaut. Eine Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass die notwendige Ladeinfrastruktur für private (Mieter, Stockwerkeigentümer, ect.) und gewerbliche Gebäude verfügbar ist. Hierzu fehlen zum Teil klare Rahmenbedingungen – es gibt kein Recht auf Laden.


Wie wird sich der Schweizer Markt für Ladestationen in den kommenden zwei Jahren entwickeln?

Insgesamt erwarten wir das der Markt für Ladestationen in der Schweiz weiterwachsen wird, um den Anforderungen einer zunehmend elektrifizierten Verkehrswelt gerecht zu werden. Das Wachstum könnte durch Wirtschaftliche Unsicherheiten ein wenig moderater ausfallen als das, was wir in den letzten 5 Jahren erlebt haben. Allgemein ist sehr viel Dynamik im E-Mobility Markt und es kann sich vieles schnell ändern.


Was wünschen Sie sich von der Schweizer Elektro-Installations-Branche?

Offenheit für neue Themen, Förderung und Ausbildung von geeigneten Fachkräften.


Bidirektionales Laden, Hype oder Zukunft?

Im Moment eher ein Hype, aktuell gibt es zu wenig Angebote und Lösungen in allen Bereichen (Infrastruktur und Fahrzeuge), die Nachfrage und die Anzahl Projekte die aktuell im Markt umgesetzt werden sind Einzelfälle. Zukünftig sehe ich sehr grosse Chancen für Bidirektionale Ladelösungen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könnte dies ein wichtiger Teil der gesamten Schweizer Energiestrategie werden, davon sind wir aber leider noch weit entfernt.


Das Parlament hat die Förderung von privaten Ladestationen abgelehnt. Ihre Meinung dazu?

Ich persönlich finde das Erschaffen der richtigen Rahmenbedingungen und die damit verbundene Investitionssicherheit als viel wichtiger als kurzfristige finanzielle Anreize! Ich bin kein Freund von zu starken Eingriffen in den Markt. Förderungen sind sehr oft nicht nachhaltig. Das Beispiel Deutschland zeigt was mit zu starken Förderungen passiert, in den letzten 12 Monaten sind einige Hersteller von politischen Entscheidungen überrascht worden und nach Ablauf der Förderungen Konkurs gegangen.

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