Die ersten 40 EFZ der Grundbildung Gebäudeinformatik sind verteilt. Das wurde auch am Tag der Gebäudeinformatik gefeiert.
Text: René Senn
Photos: Rainer Eder
Am Tag der Gebäudeinformatik standen nicht nur Fachthemen und Praxisworkshops, sondern auch junge Berufsleute im Zentrum. Der Grund dafür ist einfach: Seit August 2025 stehen der Branche die ersten 40 Gebäudeinformatikerinnen und -informatiker mit EFZ zur Verfügung. Ihre Durchschnittsnote bei der IPA lag bei 5.2 und gesamthaft bei 5.1. Für die Berufsverbände EIT.swiss, ICT-Berufsbildung Schweiz und Suissetec als Träger der Grundbildung und für die gesamte Branche ist das ein sehr wichtiger Meilenstein.
Ideale Ergänzung für die Branche
Vor vier Jahren wagten die ersten Lernenden und ihre Lehrbetriebe den Schritt in die damals neu lancierte Grundbildung Gebäudeinformatik EFZ. Sie zählen zu den Pionierinnen und Pionieren in einem für die Branche immer wichtigeren Bereich. «Die Gebäudeinformatik ergänzt die traditionellen Tätigkeitsfelder und passt damit gut zu den anderen Grundbildungen», sagt Norbert Ivan Büchel, Leiter der Abteilung Berufsbildung und Mitglied der Geschäftsleitung von EIT.swiss. «Zudem leisten wir mit diesem Beruf einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der Schweiz», hält er fest. Dass dies so ist, bestätigte auch Tim Frey von EnergieSchweiz in seinem Referat «Automation als Schlüssel zur Energiewende?» am diesjährigen TDGI.
Es fruchtet langsam
Die neue Grundbildung fasst langsam Fuss, wie Martin Stalder, Projektleiter bei EIT.swiss, in seiner Präsentation zur Entwicklung des Berufs zeigte. Aktuell bestehen über 200 Lehrverhältnisse über alle Fachrichtungen hinweg. Insgesamt bilden 134 Firmen Gebäudeinformatikerinnen und -informatiker EFZ aus. Der TDGI bietet gerade ihnen eine ideale Plattform für den Austausch. Diese jungen Berufsleute sind ein wichtiger Baustein für die Entwicklung unserer Branche und eine Bereicherung für sie.
Erfolg verdient Rampenlicht
KNX Swiss als Initiant des Tages der Gebäudeinformatik TDGI, der zusammen mit EIT.swiss und Suissetec durchgeführt wird, nutzte die Chance, um die junge Grundbildung und die erfolgreichen Absolvierenden ins Rampenlicht zu stellen. Sie – und damit indirekt auch einige ihrer Lehrbetriebe – wurden für ihren Erfolg gefeiert und gewürdigt. Felix von Rotz, Präsident von KNX Swiss, lobte dieses Engagement. «Ihr gehört zu den Wegbereiterinnen und Wegbereitern der Gebäudeinformatik und könnt zurecht stolz auf eure Leistungen sein», sagte er. Denn der Weg zum EFZ war für den ersten Jahrgang mit verschiedenen Herausforderungen verbunden, und zwar sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Begriffe wie «modularer Aufbau», «Fachrichtungen» oder «Handlungskompetenzen» gehörten bis dahin nicht unbedingt zum Vokabular von Ausbildungen, zumindest nicht in der Elektrobranche. Lerninhalte und Abschlussmodule mussten erarbeitet, Abläufe festgelegt und Prozesse eingespielt werden. Bildungsverantwortliche, Lehrbetriebe und Lernende konnten nicht auf die Erfahrungen
früherer Jahrgänge zurückgreifen. Davon war am Tag der Gebäudeinformatik allerdings nichts mehr zu spüren.
«Es ist eine super Ausbildung und ein Job mit viel Zukunft – es lohnt sich weiterzumachen, auch wenn es manchmal schwierig ist.»
Dario La Fata, Swisspro Automation AG
Nachwuchs ist unterwegs
Dass der TDGI auch für die junge Generation funktioniert, zeigten die Berufsschulen Sursee und St.Gallen. Sie kamen als Klassenverbund. Daraus entstand spontan ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Programm, das künftig noch ausgebaut werden soll. Viel Anerkennung erhielten auch die vier Lernenden der Fachrichtung Gebäudeinformatik aus Sursee, die in der Ausstellung den Besuchern ihr Smart-Home-Projekt in Form kleiner digitalisierter Holzhäuser präsentierten.
Begeisterung, die ansteckt
Die Begeisterung und die Freude der jungen Berufsleute wirkten ansteckend und motivierend. «Mache, dr bliibe und Spass ha!» – das ist zusammengefasst die Botschaft des ersten Jahrgangs an alle, die ihnen folgen werden.
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Text: René Senn
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