Equans-Convention

Sie will der Arbeitgeber #1 sein in der Schweiz. Und deshalb macht Equans Switzerland den People-Faktor zur Strategie.


Text und Bilder: René Senn


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Equans Switzerland hat in den vergangenen zwei Jahren eine der umfassendsten Transformationen der Schweizer Gebäudetechnik, FM-, Energie- und Infrastrukturbranche durchlaufen. Aus ursprünglich 13 Marken entstand ein Unternehmen, das heute mit ca. 6000 Mitarbeitenden schweizweit tätig ist und sich bewusst als «People Business» versteht. Die Equans Switzerland Convention 2025, die im November 2025 in Schlieren stattfand, zeigte, wie unglaublich konsequent Equans Switzerland diesen Weg geht: Mit klaren Botschaften, einer offenen Fehlerkultur und ungewohnter Transparenz zwischen Führung und Mitarbeitenden.

Den Fokus des Tages hatte die Geschäftsleitung so definiert: «Our people, Equans Switzerland in 10 years, and what makes us in 2035 the undisputed employer of choice with the best talent retention across the industry». Oder auf Deutsch: «Unsere Mitarbeitenden, Equans Switzerland in zehn Jahren – und was uns 2035 zum unangefochtenen Wunscharbeitgeber mit der besten Talentbindung der Branche macht.» Und wer die Convention miterlebt hat, hat gespürt: Das ist ernst gemeint.

Sie haben wirklich Grosses vor

Der Event, an dem über 350 Kaderleute und Mitarbeitende teilnahmen, zeigte es deutlich: Equans Switzerland ist nicht nur ein KMU, das sich regional positioniert, sondern ein ganz grosser Player mit grossen Ansagen, Zielen und Visionen. Was bringt uns als externe Betrachter zu dieser Aussage? Das Motto des Tages war «Shaping Switzerland’s transitions with our people». Das heisst für Equans Switzerland konkret: Gebäude smart und energieeffizient machen, kritische Infrastruktur modernisieren, die Dekarbonisierung vorantreiben, für ihre Kunden der Ansprechpartner Nummer eins sein. Und wenn jemand diese Transformation der Schweiz mit seinem Unternehmen gestalten will, ist das eine Ansage. Ein KMU würde sich das nicht getrauen. Dass Equans Switzerland wirklich Grosses vorhat, geht auch aus der zweiten Botschaft, bzw. dem nächsten Ziel hervor, das die Geschäftsleitung an diesem Tag ganz unbescheiden präsentierte: «Wir wollen der Arbeitgeber Nummer 1 in der Schweiz werden.» Die beiden Leitsätze, die wir begeistert notierten, sind keine Marketing-Slogans, sondern ein strategisches Ziel.

Auf die Frage, wie Equans Switzerland diese Transformation und die Fusion von 13 Brands geschafft hat, gibt CEO Claudio Picech zu Protokoll: «Die Transformation gelang durch konsequente Steuerung, klare Governance und gelebte Zusammenarbeit. Heute stehen wir auf solidem Fundament. Wir haben Stabilität, Profitabilität und eine neue Kultur geschaffen.» Und warum Equans diese Schritte verfolgt, wurde an diesem Tag ebenfalls klar.

«Die Geschichte von Equans Switzerland bekommt jetzt einen Rahmen.»

Claudio Picech, CEO Equans Switzerland

 

 

2025: das Jahr, in dem sich die Schere öffnete

Die Zahlen sind eindeutig. 2025 ist das Jahr, in dem die Schweiz eine historische Marke erreicht hat: Es gibt erstmals weniger Fachkräfte als benötigt werden. Die Schere beginnt sich zu öffnen. In vielen Unternehmen gehen im nächsten Jahr 40 Prozent der Belegschaft in Pension. Wie wir an dieser Stelle darauf kommen? Dies ging aus der Keynote von Heike Bruch, Professorin für Leadership an der Universität St. Gallen und Leiterin des Instituts für Führung und Personalmanagement, hervor. Ihr Referat passte wie ein Massanzug zur Thematik der Convention. Denn ihre Forschung bringt es auf den Punkt: Die Welt dreht sich immer schneller. Digitale Transformation, Disruption, demografischer Wandel! Alles gleichzeitig, alles auf einmal. Und mittendrin die Menschen, die das alles stemmen sollen.

Mit Vollspeed ins Verderben

Eine Auswirkung davon ist die Beschleunigungsfalle, in der heute 76 Prozent der Unternehmen im deutschsprachigen Raum stecken. Bruch unterscheidet zwischen zwei Arten von Energie: produktive (voller Einsatz, hohe Ambitionen) und angenehme Energie (es geht mir gut, ich mag das). Erfolgreiche Unternehmen maximieren beide gleichzeitig – nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Die Beschleunigungsfalle besteht darin, dass die Menschen sich bei der Arbeit voll einsetzen, an die Grenzen gehen, es ihnen aber nicht mehr gut geht. Die Puste geht ihnen aus, und die produktive Energie ohne angenehme Energie führt direkt ins Burnout. Für ein Dienstleistungsunternehmen wie Equans Switzerland ist deshalb klar, worum es in den nächsten Jahren geht: Menschen. Oder wie es CEO Claudio Picech mehrfach betonte: «Unsere Mitarbeitenden sind der Schlüssel zu unserer Performance. Leadership ist ein Werkzeug – und eine schweizweite Herausforderung.»

 

Equans-Convention

Live und ohne Netz

Was dann passierte, hatten wir so noch nie bei einem Schweizer Unternehmen erlebt. Heike Bruch setzte ihr Energie-Messinstrument, das bereits über 2000 Unternehmen weltweit genutzt haben, live ein. Die Fragen gingen direkt auf die Smartphones der 350 Teilnehmenden. Wie stark ist die produktive Energie? Wie hoch die angenehme Energie? Gibt es korrosive Energie, dieses ätzende Gegeneinander-Arbeiten? Jede Person gab ihre Einschätzung ab mit Angaben zu Einheit, Abteilung und Alter. Die Ergebnisse wurden später am Nachmittag, nach der Auswertung durch die Mitarbeitenden von Heike Bruch, via Videocall auf der Leinwand präsentiert und interpretiert und mit dem Durchschnitt verglichen. Was wir an dieser Stelle verraten dürfen: Equans Switzerland steht gut da, besser als man nach zwei intensiven Jahren Transformation erwarten würde. Die genauen Zahlen? Bleiben im Raum.

«Erfolgreiche Unternehmen maximieren produktive und angenehme Energie gleichzeitig – nicht entweder oder.»

Heike Bruch, Professorin für Leadership an der Universität St. Gallen

Leaders of Tomorrow

Sie sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, heissen Sina, Alessandro, Manuel, Loïc, Inès, Lara und Charlotte und gehören zu den über 30 «Leaders of Tomorrow» bei Equans Switzerland. Das ist keine inszenierte Jugend-PR, sondern echtes Engagement und eine Community, die gerade entsteht. In einer Zeit, in der die Generation Z im Durchschnitt alle zwei Jahre den Arbeitgeber wechselt und nur noch 13 Prozent für grosse Unternehmen arbeiten wollen, ist das Gold wert. Mit ihren klaren Botschaften und Erwartungen an das Unternehmen sind sie eine Bereicherung. Ihr Engagement war ebenfalls beeindruckend. Sie organisierten zwölf Workshops, an denen sich die über 350 Teilnehmenden in Gruppen zu einem spezifischen Thema austauschten, um kreative Lösungsansätze für die Transformation von Equans Switzerland zu entwickelten. Der Slogan dazu: Hypotheses on Switzerland 2035.

Andere Organisationen würden dafür Jahre brauchen, Strategieberater engagieren, Arbeitsgruppen bilden. Equans Switzerland hat den Mut, dies an einem Nachmittag zu tun. Offen. Transparent. Vor dem gesamten Kader.

Auswertung wenige Minuten später

Nach den Workshops stellte ein Team die wichtigsten Punkte zusammen. Claudio Picech wertete sie zusammen mit den Leaders of Tomorrow direkt auf der Bühne aus und kommentierte sie. Charlotte Leonhardt, Projektleiterin Service bei Caliqua, stellte eine der Ideen vor: «Wir wünschen uns eine intensive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Units. Dies können wir auch mit einer internen Jobplattform erreichen. Damit können wir auch alte Gräben hinter uns lassen.» Lara Salvason, Abteilungsleiterin EMS, ergänzte: «Lasst uns miteinander arbeiten – nicht gegeneinander.»

Michel Föllmi, Key Accounts FM und Coach der Gruppe, fasste zusammen: «Stolz sein, heisst im Ausblick: Wie wir arbeiten. Miteinander arbeiten, Werte und Kultur leben. Wir wollen stolz sagen können: Ich arbeite bei Equans Switzerland und nicht sonstwo.» Dass die Herangehensweise von Equans Switzerland vorbildlich ist, bestätigte später am Abend auch Heike Bruch: «Wenn ich das vergleiche mit dem, was in anderen Unternehmen los ist, die ebenfalls durch sehr anspruchsvolle Transformationen gehen, sehe ich hier eine unglaubliche Aufbruchstimmung und riesiges Potenzial.»

 

Equans-Convention

Mut zur Führung

Für die Geschäftsleitung war die Herangehensweise bei diesem Event ein echtes Risiko. Was kommt bei der Live-Energiemessung heraus? Welche Pain Points werden in den Workshops sichtbar? Vor 350 Leuten, ohne Möglichkeit, etwas zu beschönigen oder zu retuschieren. Claudio Picech transparent auf der Bühne: «Natürlich spürten wir eine gewisse Anspannung, als wir diese Live-Energiemessung mit Heike abgesprochen haben. Wir wussten nicht, was herauskommt. Auch die Workshops, aus denen wir jetzt diese wertvollen Inputs haben, waren ein mutiges Experiment.» Er lacht erleichtert. «Dankeschön, dass ihr das so gut vorbereitet und so toll mitgemacht habt.» Nicht jedes Unternehmen würde sich das trauen. Das zeugt von einer Feedback-Kultur, die diesen Namen verdient, und von einem Vertrauen in die eigenen Mitarbeitenden, das man selten erlebt.

«Es ist nicht nur all about EBIT. Es ist all about People.»

Claudio Picech

Unterstützung aus Paris

Dass diese Offenheit von Equans Switzerland von ganz oben getragen wird, zeigte sich auch an der Anwesenheit von Group CEO Jérôme Stubler. Damit er persönlich dabei sein konnte und nicht nur via Videobotschaft aus Paris, hatte er alle seine Termine umgestellt. Und wenn ein Group CEO dabei ist, während man in der Landesorganisation live mögliche interne Schwächen aufdeckt und die internen Abläufe offen diskutiert, ist das Transparenz und Teil einer gelebten Strategie. Jérôme Stubler unterstützte diese Herangehensweise: «Ihr werdet grossartig sein. Ich habe enormes Vertrauen in euch.» Dieses Votum in seiner Schlussrede war eine schöne Überleitung zum Abschluss.
Der Anlass zeigte: Equans Switzerland nutzt ihre Transformation nicht nur operativ, sondern auch kulturell.

Die Quintessenz dieses Tages

Die offene Feedback-Kultur, gepaart mit einem hohen Vertrauen in die Mitarbeitenden, wird für Equans Switzerland zum Wettbewerbsvorteil, gerade in einem Markt, der mehr Talente braucht als verfügbar sind. Und die Botschaft, zukünftig der Arbeitgeber #1 der Schweiz sein zu wollen, zeigte, dass die Strategie bei Equans Switzerland mehr ist als ein Slogan. «Und jetzt wird gefeiert», schloss Claudio Picech den arbeits- und erkenntnisreichen Tag ab, bevor es gemeinsam bis spät in die Nacht in den schwer verdienten Apéro ging. Wenn sich im nächsten
Jahr deutlich mehr junge Talente bei Equans Switzerland bewerben, ist das die logische Konsequenz des Handelns von Equans Switzerland.

Tag 2 der Convention: Fokus auf das Kerngeschäft und den Markt

Nach einem inspirierenden Auftakt am ersten Tag, der vor allem Visionen, Trends und Networking in den Vordergrund stellte, rückte am zweiten Tag der Convention das Kerngeschäft ins Zentrum. Die Diskussionen und Präsentationen drehten sich um die strategischen Grundlagen, die das Unternehmen und seine Partner in den kommenden Jahren prägen werden.

Im Mittelpunkt standen Themen wie Stakeholder-Management: Wie können wir die Zusammenarbeit mit unseren wichtigsten Anspruchsgruppen noch effizienter gestalten? Kundenorientierung: Neue Ansätze, um die Bedürfnisse der Kunden besser zu verstehen und massgeschneiderte Lösungen anzubieten. Marktentwicklungen: Analysen aktueller Trends und ihre Auswirkungen auf unsere Branche. Innovative Tools und Technologien: neue Werkzeuge, die Prozesse vereinfachen und die Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Die Atmosphäre war geprägt von konkreten Strategien und praxisnahen Lösungen, die den Teilnehmenden nicht nur Orientierung, sondern auch direkt umsetzbare Impulse für den Arbeitsalltag boten. Damit wurde deutlich: Tag 2 war der Tag, an dem Visionen in greifbare Geschäftsmodelle und operative Massnahmen umgesetzt wurden.

 

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