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Speicher, Steuerung und Stromabkommen:
Die PV-Tagung 2026 in Kürze


  • Inhalt


 

Die PV-Tagung 2026 in Bern machte klar: Es braucht die Gesamtbetrachtung. PV, Speicher, Steuerung, Netz und Politik müssen zusammenspielen.


Autoren: René Senn, Nicola Senn


Die PV-Tagung 2026 war elektrisierend, vollgepackt mit Wissen und macht Mut für die Schweizer Energiezukunft. Über 1100 Teilnehmende aus der Branche waren in der Expo Bern präsent, um die Keynotes und die ergänzende Ausstellung von 82 Unternehmen anzuschauen. Zwei Tage, spannende Community, nur wenige Elektriker. Die wichtigsten Punkte dieser zwei Tage in Kürze zusammengefasst.

Vorwärts soll es gehen

«Man kann diese Energierevolution der Erneuerbaren nicht aufhalten. Das ist nicht politisch, das ist ganz normale industrielle Transformation.» Diese Aussage von Buchautor Tim Meyer bleibt nach den zwei Tagen der PV-Tagung 2026 in der Expo Bern. Dass dafür allerdings auch viele Rahmenbedingungen stimmen müssen, zeigen die Keynotes in Bern sehr deutlich.

Die Zahlen sind eindeutig. 2025 konnten erneut über 1,5 GW neue PV-Leistung ausgebaut werden. Über 14 % des Schweizer Stromkonsums werden inzwischen aus PV bezogen. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei rund 10 %. Bis 2030 wird die Schweiz mit Photovoltaik mehr Strom produzieren als mit Laufwasserkraft.

PV-Ausbau systematisch unterschätzt

Die Photovoltaikbranche befindet sich mittendrin in der Wachstumsphase. Tim Meyer, Buchautor und Speaker am ersten Veranstaltungstag, unterstrich dies anhand der exponentiellen Wachstumskurve, die die erneuerbaren Energien in die Statistiken einprägen. Das Potenzial von Clean Energy Tech wird dennoch systematisch unterschätzt. Das zeigten bereits in der Vergangenheit Prognosen von Institutionen wie der International Energy Agency (IEA) die den jährlichen PV-Zubau systematisch zu niedrig angesetzt haben. Neben der Netzinfrastruktur und Marktorganisation erwähnte Meyer auch explizit Datenstandards als systemische Voraussetzungen für die Energiewende.

PV funktioniert ohne Speicher nicht mehr

Dass der schnelle Ausbau allein allerdings nicht ausreicht, zeigt sich bereits in der Einleitung durch den Geschäftsführer von Swissolar, Matthias Egli: «PV funktioniert ohne Speicher nicht mehr.» Wer PV installiert, solle Speicherlösungen mitplanen, denn Speicher und Flexibilität werden die neuen Ertragsquellen und Geschäftsmöglichkeiten der kommenden Jahre sein. Die Netzentlastung wird zur zentralen neuen Kompetenz. Die Zahlen bestätigen das: 400 % Kapazitätszuwachs von Batterien in den letzten vier Jahren. Die vollständige Gebäudeelektrifizierung sei deshalb keine Vision, sondern vielmehr die Wachstumslogik, so Egli.

Branchenbarometer 2026

In einem Ko-Referat des scheidenden Swissolar Geschäftsführers David Stickelberger sowie seines Nachfolgers Wieland Hintz wurden Einblicke in die Branchenumfrage zum PV- und Batteriemarkt gegeben. Ein paar Fakten für die Elektrobranche: Die Unternehmen suchen weiterhin neues Fachpersonal. Weniger als 25 % der befragten Unternehmen bieten in diesem Jahr allerdings neue Lehrstellen an. Die Umsatzerwartungen sind nach einem kurzen Rückgang 2025 wieder zuversichtlich. Das Gebäude ist das Kraftwerk und das Potenzial von Photovoltaik bei Weitem nicht ausgeschöpft. Bei kleinen Dächern (< 30 kW) sind erst 7,5 % des Flächenpotenzials genutzt, bei mittleren Dächern sogar noch weniger. Gleichzeitig wird Schweizer PV zu über 90% auf und an Gebäuden installiert.

Stromabkommen CH-EU

Auch das Anfang März formell unterzeichnete Stromabkommen zwischen der EU und der Schweiz wurde thematisiert. Christian Bühlmann, stellvertretender Leiter Internationales Bundesamt für Energie BFE, und Fachexperte für das Abkommen, gab einen kurzen Überblick: Das Stromabkommen integriert die Schweiz in den europäischen Binnenmarkt, sorge für gleichberechtigten Handel an den Strombörsen und erhöhe die Versorgungssicherheit. Ausserdem schätzt das BFE die dadurch entstehenden Handelsgewinne für die Schweizer Energiewirtschaft auf bis zu eine Milliarde Schweizer Franken jährlich. Auch andere Speaker machten an diesem Tag deutlich, dass das Stromabkommen mit der EU nicht nur wichtig, sondern vor allem auch sinnvoll sei. Da die Schweiz inmitten Europas liegt, sei es nur logisch und kosteneffizienter, wenn man ganzheitlich in das Stromnetz integriert würde.


 

Steuerungsoptimierung first – Netzausbau second

Zum Ende der Veranstaltung am ersten Tag, ging Nationalrat Jürg Grossen (Präsident Swissolar) erneut auf die Rolle der Speicher ein und betonte deren Relevanz für die Schweizer Stromversorgung. Dass die Speicherkapazitäten wachsen, sei gut. Allerdings sei die intelligente Steuerung des Systems noch wichtiger. So beispielsweise auch durch die neu im Gesetz vorgesehenen Geschäftsmodelle vZEV und LEG, mit denen Solarstrom lokal vermarktet werden kann.

Steuerungsoptimierung war auch das Stichwort beim Thema Netzausbau. Es sei nicht primär der Netzausbau so dringend, sondern die optimierte Nutzung des Netzes. Einsatz von Speicher und intelligenter Steuerung können den Netzbezug und die Einspeisung signifikant reduzieren. Dazu gehören dynamische Tarifanreize, ein effizienterer Regelenergiemarkt sowie Datenstandardisierung, damit die Kommunikation zwischen den Gewerken besser funktioniert.

Zum Abschluss sendete er noch eine politische Message in Bezug auf die EU: Die Schweiz müsse Europa-Ready werden. Physikalisch sei sie es schon, handelstechnisch allerdings nicht.

+

Die Nachfrage nach Batteriespeichern explodiert

An der Schweizer Photovoltaik-Tagung 2026 in Bern war klar: PV allein reicht nicht mehr. Speicher, intelligente Steuerung und lokale Stromgemeinschaften werden zum neuen Massstab. Und das Schöne, es gibt neuen Geschäftschance für die Elektrobranche, nur war diese schwer zu finden an diesem Tag.

  • 1100 Teilnehmende, 82 Ausstellende
  • 400% Kapazitätszuwachs Batteriespeicher in vier Jahren
  • 14% des Schweizer Stromkonsums bereits aus PV
  • Bis 2030 mehr PV-Strom als Laufwasserkraft
  • vZEV und LEG als neue Geschäftsmodelle seit Januar 2026 in Kraft

Fazit: Die PV-Tagung zeigt …

Die Nachfrage nach Speichern ist riesig, der generelle Preisdruck steigt enorm. Der PV-Ausbau sollte weiter in einem hohen Tempo vorangebracht werden. Positive und optimistische Botschaften sind dafür förderlich. Speicher und intelligente Anbindung der PV-Kraftwerke sind unumgänglich, um das Netz zu entlasten. Die EU-Kompatibilität kann zum Vorteil genutzt werden und wirtschaftliche Anreize bieten. Wie es Tim Meyer in seinem Vortrag gesagt hat: «Stoppen lassen sich die Erneuerbaren nicht mehr. Anstelle der Bremse wäre es daher wohl sinnvoller, aufs Gaspedal zu drücken und das Tempo wirtschaftlich zu nutzen.»

Statements von der Bühne

 

«Die einen schreiben Studien, wir bauen Kraftwerke.» Matthias Egli, Geschäftsführer Swissolar, machte in seiner Eröffnung deutlich, wohin die Reise geht: Photovoltaik und Speicher, intelligent integriert, sind die Antwort auf die Energiezukunft der Schweiz.

 

«Diese Energierevolution lässt sich nicht aufhalten.» Tim Meyer, Buchautor und Inhaber von 3EPunkt (D), skizzierte in seiner Keynote den grossen Bogen: Wind und Solar sind die schnellste Energietransformation in der Geschichte der Menschheit. Und wer die Dynamik noch immer unterschätzt, liegt systematisch daneben.

 

«Für das Jahr 2026 sieht man weiterhin eine Abnahme des Umsatzes bei Dach- und Fassadenanlagen. Leider ist dort eine Trendwende noch nicht wirklich in Sicht. Gleichzeitig sehen wir aber eine Zunahme — oder zumindest die Hoffnung auf eine Zunahme — bei den Speichern und bei der Elektromobilität.» David Stickelberger, Senior Advisor Politik, Swissolar, präsentierte an seiner letzten PV-Tagung die Swissolar-Branchenumfrage.

 

Seit März 2026 hat Wieland Hintz den Posten, Leiter Markt und Politik von David Stickelberger übernommen. An der PV-Tagung gab er gleich die Richtung vor: «Lobbying verstärken — das ist ein Auftrag von Ihnen an mich. Ich werde meine ganze Energie, mein Netzwerk und mein Know-how dafür einsetzen.»

 

«Die Zukunft ist erneuerbar — und zu grossen Teilen dezentral.» Leo Philipp Heiniger vom BFE machte klar, was seit Januar 2026 gilt: LEG, Flexibilitätsregulierung, Marktpreise statt Fixvergütung. Wer die neuen Spielregeln kennt, kann damit Geld verdienen.

 

«Nur der Zubau reicht nicht, es braucht das Gesamtsystem.» Christian Schaffner, Executive Director Energy Science Center, ETH Zürich, zeigte: Wasserkraft und Photovoltaik sind in allen Szenarien die dominierenden Produktionstechnologien der Schweiz bis 2050.

 

Cécile Jost, Head of System Control, Swissgrid: «Wir wollen die Schweizer Rolle als Taktgeber der europäischen Netzfrequenz zurückgewinnen.» Sie zeigte, wie PV-Anlagen künftig aktiv zur Netzstabilität beitragen können, nicht als Problem, sondern als Lösung. Das Pilotprojekt «PV for Balancing» macht es möglich.

 

Thomas Reithofer, Leiter Geschäftsbereich Netze, CKW: «Es wäre absurd, das Netz für einzelne Leistungsspitzen auszubauen.» Er zeigte, wie ein Verteilnetzbetreiber die wachsende PV-Einspeisung praktisch managt. Sein Fazit: Intelligente Steuerung und Batteriespeicher sind günstiger als Kupfer im Boden.

 

Stavroula Margelou, Senior Flexpooling Portfolio Manager, Axpo: «Wenn der Strompreis negativ wird, lohnt es sich, die Einspeisung zu drosseln.» Margelou zeigte, wie Axpo Solarstrom nicht nur produziert, sondern aktiv im Regelenergiemarkt einsetzt. Flexibilität als Geschäftsmodell, das Produzenten und Netz gleichzeitig nützt.

 

Jürg Grossen, Nationalrat und Präsident Swissolar: «Ich bin mittlerweile der Meinung, dass man solargetrieben keine wesentlichen Netzausbauten machen sollte.» Grossen setzte den Schlusspunkt des ersten Tages klar: Batteriespeicher und intelligente Steuerung lösen das Problem günstiger als Kupfer im Boden.


Bild: Swissolar / Sarah Bollmann, Atelier Olive GmbH

 

Christian Bühlmann, stv. Leiter Internationales, Bundesamt für Energie BFE: «Das Stromabkommen ist für die Versorgungssicherheit der Schweiz wichtig.» Bühlmann erläuterte, was die Integration in den europäischen Strombinnenmarkt konkret bringt: gleichberechtigter Marktzugang und Handelsgewinne, die das BFE auf bis zu eine Milliarde Franken jährlich schätzt.


Bild: Swissolar / Sarah Bollmann, Atelier Olive GmbH

Stimmen aus der Ausstellung


Drei Fragen an ...

eTrends hat an der Ausstellung der PV-Tagung 2026 bei Distributoren und Herstellern nachgefragt. 82 Unternehmen waren vor Ort vertreten. Die Fragen waren dieselben, die Antworten erstaunlich einig, aber mit spannenden Nuancen.


Sebastian Tschira, Aussendienst und Key Account, Krannich Solar AG

 

Wie hat sich euer Geschäft in den letzten zwei Jahren verändert — durch PV, Speicher, Eigenverbrauch?

PV war lange unser Kerngeschäft. Heute braucht es Speicher, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Der Kunde möchte zunehmend autark sein. Die Preise sind so stark gesunken, dass der Entscheid viel einfacher fällt.

Was braucht es, damit PV mit Speicher im Gebäude wirklich rund läuft?

Es braucht Verständnis und Kompetenz von Planeren und Installateuren. Gerade bei Gewerbespeichern arbeiten wir für die Auslegung softwarebasiert: Wir nutzen unter Anderem Angaben zur PV-Erzeugung, zum 15-Minuten-Lastgang, Stromrechnung zum Einkaufspreis, um daraus zu berechnen, mit welcher Batteriegrösse die optimale Investition erreicht wird. Sich auf einen Faustwert zu verlassen kann gefährlich sein.

Welche Rolle spielt der Gebäudeinformatiker/Gebäudetechniker, damit das alles zusammenspielt?

Es gab lange zu wenige Fachleute mit technischem Verständnis in der Elektrobranche. Es wird besser, auch dank der Ausbildung von Swissolar. Der Gebäudeinformatiker ist hier das richtige Berufsbild. Gerade im EFH fehlen diese Kompetenzen noch. Die Anforderungen an die Netzstabilität verlangen Systeme, die perfekt funktionieren.


Claudio Reutimann, Technischer Berater, Fronius Schweiz AG

 

Wie hat sich euer Geschäft in den letzten zwei Jahren verändert — durch PV, Speicher, Eigenverbrauch?

Der Bedarf nach Energiespeichern ist stark gestiegen, das stellen wir fest. Mit dem neuen, grösseren Hybridwechselrichter Verto Plus, der 2024 auf den Markt gekommen ist, können wir den PV-Strom ohne Umwandlung direkt in die Batterie laden. Wir merken, die Kunden bevorzugen ein System aus einer Hand, das vereinfacht die Integration. Und sie wollen vermehrt wieder europäische Produkte — das können wir bieten. Ergänzend haben die Netzbetreiber immer mehr Anforderungen an die Wechselrichter und das zurecht. Mit unseren agilen Geräten können wir schnell darauf reagieren.

Was braucht es, damit PV mit Speicher im Gebäude wirklich rund läuft?

Es braucht ein intelligentes Energiemanagementsystem, bei dem alle Komponenten miteinander kommunizieren. Das bieten wir. Darüber hinaus sind die Hersteller gefordert, sich auf einen Kommunikationsstandard zu einigen, damit die Vernetzung in der Praxis noch einfacher vorangetrieben werden kann.

Welche Rolle spielt der Gebäudeinformatiker/Gebäudetechniker, damit das alles zusammenspielt?

Um Energiesysteme optimal zu konfigurieren, braucht es Fachleute, die Steuerungen, Systeme und Netzwerke beherrschen. Ergänzend braucht es Wissen und Erfahrung, wie Energieflüsse im Gebäude gesteuert und geregelt werden: Erzeugung, Speicherung, Verbrauch, Einspeisung. Das verlangt nach Feintuning. Fachleute aus der Elektrobranche sind dazu prädestiniert.


Jan Mehling, Solarmarkt GmbH, Projektleiter Sonderprojekte BIPV und Gewerbespeicher

 

Wie hat sich euer Geschäft in den letzten zwei Jahren verändert — durch PV, Speicher, Eigenverbrauch?

Der PV-Umsatz ist zurückgegangen, insbesondere im EFH. Die Preise sind extrem gefallen. Ein Speicher rechnet sich heute zudem schneller. Deshalb geht der Verkauf von Speichern aktuell durch die Decke. Gerade in der Industrie entsteht aktuell ein neuer Business Case: Speicher werden neben dem Eigenverbrauch auch netzdienlich eingesetzt. Peak-Shaving als ergänzendes Geschäftsmodell.

Was braucht es, damit PV mit Speicher im Gebäude wirklich rund läuft?

Es braucht Fachwissen. Wie so oft kommt es auch hier auf den Nutzer an. Wer die Anlage versteht, wer Energieflüsse lesen und eingreifen kann, holt den maximalen Nutzen heraus. Eine schlecht konfigurierte Anlage verschenkt täglich wertvolles Potenzial.

Welche Rolle spielt der Gebäudeinformatiker/Gebäudetechniker, damit das alles zusammenspielt?

Nur Installateure, die sich mit IP und der Vernetzung von Systemen auseinandersetzen, können solche Dienstleistungen anbieten. Wer ein Energiemanagementsystem schlau integriert, schafft echten Mehrwert für den Kunden. Wer die komplexe Materie versteht, hat einen Vorteil. Kurz: Ja, solche Fachkräfte braucht die Branche.


Manuel Lüscher, Leiter neue Energien Elektro-Material AG

 

Wie hat sich euer Geschäft in den letzten zwei Jahren verändert — durch PV, Speicher, Eigenverbrauch?

Der Markt ist aktuell in einem starken Umbruch. PV und Elektromobilität haben wir deshalb bei uns im Kompetenzzentrum «Energie & e-Mobility» zusammengeführt. Wir betrachten das heute als einheitlichen Geschäftsbereich. Der Eigenverbrauch ist wichtiger geworden, die Nachfrage nach Speicherlösungen steigt rasant.

Was braucht es, damit PV mit Speicher im Gebäude wirklich rund läuft?

Das Energiesystem im Gebäude muss als Ganzes verstanden werden. Diese Aufgabe zu lösen ist komplex: verschiedene Energieverbraucher verknüpfen, ein Energiemanagement integrieren, den passenden Speicher finden. Jeder Kunde will zudem wissen, wie die Energieflüsse sind, und wofür er den Strom braucht. Das Smartphone hat dazu beigetragen, dass der Energiefluss sichtbar wird.

Welche Rolle spielt der Gebäudeinformatiker/Gebäudetechniker, damit das alles zusammenspielt?

Es gibt viele Standards, das macht es nicht einfacher. Oft will der Bauherr selbst etwas integrieren, das erschwert die Situation zusätzlich. Jemand muss die Fäden im Gebäude zusammenführen. Der Elektriker ist dafür prädestiniert.


Marvin Wittwer, Schneider Electric

 

Wie hat sich euer Geschäft in den letzten zwei Jahren verändert — durch PV, Speicher, Eigenverbrauch?

Wir betrachten das Energie-Business nicht isoliert, sondern sehen es als gesamtheitliches Ökosystem, welches gesteuert und geregelt werden muss. Unsere Lösung ist eine integrierte und offene Energie- und Lastmanagementlösung, die den Fokus auf Gewerbe und Areale hat.

Was braucht es, damit PV mit Speicher im Gebäude wirklich rund läuft?

Es geht immer um das Gesamtsystem. Egal ob EFH oder Gewerbe, der Ansatz ist derselbe. Ein Batteriespeicher von 200 kWh bis 2 MWh braucht ein System, das dessen Flexibilität und Netzdienlichkeit unterstützen kann. Damit wird die Sektorkopplung Realität.

Welche Rolle spielt der Gebäudeinformatiker/Gebäudetechniker, damit das alles zusammenspielt?

Unsere Lösungen sind daten-, software- und netzwerkbasiert. Diese Konfiguration muss jemand beherrschen. Da kommt uns der Beruf des Gebäudeinformatikers sehr gelegen. Ein Systemintegrator, der Netzwerke, digitale und Energie-Systeme im Griff hat.


Stefan Sellner, Produktmanager Erneuerbare Energien, Sonepar Suisse AG

 

Wie hat sich euer Geschäft in den letzten zwei Jahren verändert — durch PV, Speicher, Eigenverbrauch?

Der PV-Markt ist rückläufig, der Preiszerfall bei Modulen beträgt bis zu 20% pro Jahr. Dem entgegen wächst der Speichermarkt um rund 10%. Der Druck auf alle Marktteilnehmer steigt. Wir befinden uns in einer Konsolidierungsphase. Diese findet beim Grosshandel, bei Distributoren und bei den Installateuren gleichwohl statt.

Was braucht es, damit PV mit Speicher im Gebäude wirklich rund läuft?

Es braucht ein Netzwerk, über das alle Komponenten fehlerfrei kommunizieren, und ein Energiemanagementsystem, das den Takt im Gebäude vorgibt. Im Idealfall bezieht es auch Umwelteinflüsse wie Wetter und Ladegewohnheiten mit ein. Der Kunde soll sich um nichts kümmern müssen, er wird zum Prosumer, der seinen Energiefluss optimiert, ohne es zu merken.

Welche Rolle spielt der Gebäudeinformatiker/Gebäudetechniker, damit das alles zusammenspielt?

Die Vernetzung gewinnt an Gewicht. Wer ein Gebäude intelligent konfigurieren kann, differenziert sich vom Wettbewerb. Der Installateur bekommt die Chance, ein innovativer Lösungsanbieter zu werden — statt ein kompetitiver Produkteanbieter zu bleiben.


Dominic Kämpf, Verkaufsleiter E3/DC & E-Mobilität, Hager AG

 

Wie hat sich euer Geschäft in den letzten zwei Jahren verändert — durch PV, Speicher, Eigenverbrauch?

Speicher haben wir seit 2018 im Portfolio. Der Trend geht heute klar Richtung bidirektionalem Laden. Seit April haben wir dazu eine DC-Lösung im Sortiment.

Was braucht es, damit PV mit Speicher im Gebäude wirklich rund läuft?

Es braucht ein gutes HEMS, bevorzugt alles aus einer Hand, so wie wir es mit unserer E3/DC-Lösung anbieten. Damit vermeidet der Installateur Kompatibilitätsprobleme, unterschiedliche Softwarestände und mehrere Ansprechpersonen.

Welche Rolle spielt der Gebäudeinformatiker/Gebäudetechniker, damit das alles zusammenspielt?

Eine wichtige. Denn die Aufgabe ist eine gesamtheitliche Betrachtung unterschiedlicher Themenfelder: Wärmepumpe, Wasseraufbereitung, E-Mobilität, Netzwerktechnik und Gebäudeautomation. Da sind Dinge dabei, um die sich ein Installateur bisher weniger kümmern musste. Wer sich damit auseinandersetzt, hat eine Chance und wird Erfolg haben. Das Gebäude als System zu sehen wird wichtig für die Branche.

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Impressum

Autoren: René Senn, Nicola Senn

Bilder: René Senn (ausser Bilder von Grossen, Brühlmann, Kämpf)

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Veröffentlicht am: 07.04.2026

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