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Zuhause in der Branche mit Marilyne Bersier

Elektroinstallateurin EFZ und Elektro-Teamleiterin

Marilyne Bersier ist Elektroinstallateurin EFZ und zertifizierte Elektro-Teamleiterin. Die 25-Jährige arbeitet mit Leidenschaft auf Baustellen und bei Privatkunden, leitet ihr Team an, installiert, plant und improvisiert möglichst wenig. Besonders gefällt ihr die Vielseitigkeit ihres Berufs.


Text: Annette Jaccard, Fotos: Michael Donadel


Mein Start in die Branche

Ich war die einzige meiner Klasse, die nicht ins Gymnasium ging, daher war es klar, dass ich eine Lehre machen würde. Bloss was? Meine Mutter stiess zufällig auf ein Inserat, in dem Etavis in Fribourg Lernende Elektroinstallateur:innen suchte, explizit auch Frauen. Das reizte mich, und ich machte eine einwöchige Schnupperlehre. Danach unterschrieb ich gleich den Lehrvertrag. Nach der vierjährigen Lehre arbeitete ich zuerst noch weiter bei Etavis und absolvierte die Weiterbildung zur zertifizierten Elektro-Teamleiterin. Seit einem Jahr bin ich nun bei Electricité Progin in Corminboeuf.

Die grösste Herausforderung waren bisher die ersten Tage nach der Lehre allein auf der Baustelle. Ich dachte, ich kann nun alles, aber schon bei den ersten Geräten wusste ich nicht weiter. Zuerst hatte ich Hemmungen, den Chef anzurufen und zu fragen, und behalf mir mit Handbüchern. Aber schlussendlich kommt man nur durch Fragen weiter.

«Unsere Arbeit ist extrem vielfältig, wir sind die Taschenmesser der Branche.»

Frauen auf der Baustelle?

Es gibt schon noch Leute alter Schule, die denken, dass Frauen auf Baustellen nichts verloren haben. Und als Frau muss man sich, im Gegensatz zu den Kollegen, dort zuerst auch beweisen, um akzeptiert zu werden. Wenn das aber geschafft ist, läuft es gut. Ich hatte auch immer tolle Kollegen und Chefs, die mich unterstützen. Wenn sich ein Mann mir gegenüber unangemessen verhält, spreche ich ihn zuerst darauf an, nützt das nichts, interveniert mein Chef.

Mein Vater war einerseits sehr stolz auf meine Berufswahl, hatte andererseits aber auch Angst, dass die Arbeit auf der Baustelle für mich körperlich zu schwer ist. Und ja, Kabel einzuziehen ist ganz schön anstrengend. Aber es sind ja auch Kollegen da, die ich um Hilfe bitten kann, da fällt mir kein Stein aus der Krone. Umgekehrt arbeiten Frauen bei filigranen Dingen oft genauer.

 

Ein Blick in die Zukunft

Unsere Branche bietet unzählige Möglichkeiten für Weiterbildungen. Deshalb plane ich, nächstes Jahr mit der Weiterbildung zur Projektleiterin Installation und Sicherheit mit eidg. Fachausweis zu beginnen. Spannend ist auch, dass sich die Branche selbst ständig weiterentwickelt und nie stehen bleibt.

«Wir Elektroinstallateur:innen spielen beim Bauen die Hauptrolle, ohne uns funktioniert kein Gebäude.»

Das wichtigste Tool

Als Elektroinstallateur:innen haben wir natürlich immer unsere Werkzeugtasche dabei. Das allerwichtigste Tool ist aber das Messer, ohne das läuft gar nichts. Auch deshalb bezeichne ich mich als «das Taschenmesser der Branche». Unsere Arbeit ist so vielseitig, wir sind auf den Baustellen die ersten, die kommen, um alles vorzubereiten, und die letzten, die gehen, wenn vom Licht über die Storen bis hin zum Klingelsystem alles funktioniert. Wir spielen beim Bauen die Hauptrolle, ohne uns funktioniert kein Gebäude. Das ist für mich sehr befriedigend und sinnvoll.

 

Marilyne Bersier

Grundbildung
Elektroinstallateurin EFZ,
Etavis AG, 2017–2021

Aktuelle Tätigkeit
Elektro-Teamleiterin auf verschiedenen Baustellen, insbesondere für den Umbau bei Richemont in Villars-sur-Glâne, dort ist sie rund sechs Monate pro Jahr beschäftigt.

Weiterbildungen
Elektro-Teamleiterin, 2023–2024.
Geplant: Projektleiterin Installation und Sicherheit mit eidg. Fachausweis

Das gefällt ihr besonders am Beruf
Die Vielfalt der abgedeckten Bereiche und dass sich der Beruf stetig weiterentwickelt.

Beruflich steht sie für
präzise Planung und möglichst wenig Improvisation sowie für eine gute Arbeitsatmosphäre mit Kolleg:innen und Kund:innen.

Meine Rolle auf der Baustelle

Auf der Baustelle leite ich zwei bis drei Mitarbeitende an, führe selbst Installationsarbeiten aus, bestelle Material, lade es ab und löse Probleme. Kundinnen und Kunden zu beraten, mag ich sehr. Dabei gilt es, gerade bei Laien, genau hinzuhören, was sie möchten oder wo das Problem liegt. Beispielsweise sagen sie, eine Lampe funktioniere nicht, dabei ist es die Steckdose. Bei Kunden zuhause ist es wichtig, sich höflich und umsichtig zu verhalten, zu fragen, ob man die Schuhe ausziehen soll und natürlich nichts schmutzig oder kaputt macht. So verläuft die Arbeit für alle zufriedenstellend.

Mein Rat an Schüler:innen vor der Berufswahl

Elektroinstallation ist ein schöner Beruf, wer sich für Technik interessiert und gerne körperlich arbeitet, sollte ihn unbedingt ergreifen, egal ob Frau oder Mann!

«Es ist ein schöner Beruf, in dem es mehr Frauen braucht, denn sie arbeiten bei filigranen Dingen oft genauer.»

Wir sind Zukunft – Zuhause in der Branche →

Wir sind Zukunft | «Zuhause in der Branche» - Partner


Die folgenden Firmen unterstützen die Nachwuchsförderung im Rahmen der Aktion «Wir sind Zukunft» von eTrends in Zusammenarbeit mit EIT.swiss::

  • https://new.abb.com/ch
  • https://www.obo.ch
  • https://www.elektrogrosshandel.ch/de/
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  • https://www.elektro-material.ch/de/cms/home
  • https://together.equans.ch/de/?brand=equans
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  • https://www.zumtobel.com/ch-de/index.html

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Text: Annette Jaccard

Bilder: Michael Donadel

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Veröffentlicht am: 21.10.2026

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