Simon und Noelle

Die Elektrofachmesse in Zürich stärkt nach ihrem Neustart 2024 mit EIT.swiss als Partner ihre nationale Position.


Text und Fotos: Marc Schoeffel


Noëlle Marti, Exhibition Director Ineltec, und Simon Hämmerli, Direktor EIT. swiss, blicken auf den Relaunch zurück und geben Einblick in die strategische Ausrichtung der kommenden Ausgabe 2026.

Wie haben Sie den Relaunch der Ineltec nach sieben Jahren Pause erlebt, und welche Reaktionen haben Sie von Ausstellern und Besucherinnen und Besuchern erhalten?

Noëlle Marti: Der Relaunch war für uns in vielerlei Hinsicht sehr erfreulich. Wir haben die Ineltec 2024 mit einem neuen Konzept und einem neuen Format in Zürich lanciert und wurden von der Resonanz positiv überrascht. Die Messe war vollständig ausgebucht, und sowohl Aussteller als auch Besuchende haben betont, wie wichtig es für die Branche ist, wieder einen physischen Treffpunkt zu haben, an dem man sich austauschen, vernetzen und Markttrends erleben kann. Die zwei Messetage wurden als sehr effizient wahrgenommen – sowohl für Besuchende, die sich gezielt informieren wollten, als auch für Aussteller, die ihre Kontakte pflegen und neue Impulse aufnehmen konnten.

Simon Hämmerli: Aus Sicht von EIT.swiss war zuerst eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Nach sieben Jahren Pause stellte sich unser Verband die Frage, wie stark das Bedürfnis nach einer solchen Messe tatsächlich noch ist. Umso grösser war die Überraschung über den starken Besucherandrang, insbesondere am ersten Tag. Auffällig war zudem der hohe Anteil an französischsprachigen Besucherinnen und Besuchern. Das zeigt, dass die Ineltec nicht nur regional, sondern auch national wahrgenommen wird – und dass das neue Format auch über Sprachregionen hinweg überzeugt.

Welche Faktoren waren aus Ihrer Sicht entscheidend für den erfolgreichen Neustart der Messe im Jahr 2024?

SH: Ein zentraler Punkt war die Fokussierung: zwei Tage, ein Standort, ein klar definiertes Zielpublikum. Zürich ist gut erreichbar und wirtschaftlich relevant – rund ein Viertel unserer Mitglieder ist in dieser Region angesiedelt. Gleichzeitig wurde die Messe nicht nur als Produktschau verstanden, sondern auch als Plattform für Austausch, Wissenstransfer und Perspektiven.

NM: Hinzu kam die Stimmung vor Ort. Die Freude darüber, sich wieder physisch zu treffen, war deutlich spürbar – unabhängig von Covid-Nachwirkungen. Die Ineltec bietet kaum Streuverlust, da sie sich klar an ein Fachpublikum richtet. Diese Kombination aus Effizienz, Atmosphäre und inhaltlicher Tiefe war entscheidend.

 

 

Was bedeutet die Partnerschaft «Powered by EIT.swiss» konkret – und wie wird sie auf der Messe erlebbar?

SH: «Powered by EIT.Swiss» ist keine reine Logo-Partnerschaft, sondern ein gelebtes Commitment. Die Messe ist für die Aussteller und die Infrastruktur zuständig, wir für den direkten Zugang zu unseren Mitgliedern und ihren Bedürfnissen. Gemeinsam schaffen wir einen Mehrwert, der über einzelne Aussteller-Stände hinausgeht – mit Innovation Pitches, Weiterbildungsangeboten und Begegnungszonen.

Welche Erwartungen hat EIT.swiss an diese Partnerschaft, insbesondere im Hinblick auf den Nutzen für die Mitglieder?

SH: Unsere Mitglieder erwarten einen umfassenden Marktüberblick, aber auch Orientierung: Wohin entwickelt sich die Branche? Welche Kompetenzen werden künftig benötigt? Die
Ineltec soll ihnen genau das bieten – Produkte, Dienstleistungen, Wissen und Weiterbildung an einem Ort. Wenn unsere Mitglieder zufrieden sind, ist das auch für uns der zentrale Erfolgsfaktor.

Wie trägt EIT.swiss dazu bei, die Messe als nationalen «Place to be» der Branche zu positionieren?

SH: Wir nutzen sämtliche Kommunikationskanäle, um unsere Mitglieder frühzeitig zu sensibilisieren. Gleichzeitig bringen wir unsere Expertise in die Weiterentwicklung des Messekonzepts ein. Ziel ist es, die Ineltec nicht nur als Ausstellung, sondern auch als Ort des konstruktiven Wettbewerbs und der inhaltlichen Auseinandersetzung zu etablieren.

Warum setzen Sie auf einen nationalen Standort statt auf eine separate Ineltec Romandie?

NM: Unser Anspruch ist es, die Ineltec als nationale Plattform weiter auszubauen – zweisprachig, offen und attraktiv für alle Regionen. Die Erfahrungen von 2024 bestätigen uns in diesem Weg.

SH: Ein nationaler «Place to be» entfaltet mehr Wirkung als mehrere regionale Formate. Die Zahlen zeigen, dass Besucherinnen und Besucher aus der Romandie bereit sind, nach Zürich zu reisen – 2024 lag ihr Anteil bei rund neun Prozent. Das kompakte Zweitagesformat erleichtert zudem die sprachliche Durchmischung bei den Ausstellern. Der Mehrwert einer starken, nationalen Messe überwiegt klar gegenüber den Hürden einer Sprachregion.

Wir danken Noëlle Marti und Simon Hämmerli herzlich für den offenen Austausch und die Einblicke in die Neuausrichtung der Ineltec. Die Messe zeigt eindrücklich, wie sich Fachveranstaltungen heute weiterentwickeln müssen, um nachhaltig relevant zu bleiben.

 

Was macht eine Fachmesse heute attraktiv?

Noëlle Marti:  «Eine attraktive Fachmesse lebt vor allem von ihrer Atmosphäre und Effizienz. Entscheidend ist, dass sich die Teilnehmenden vor Ort begegnen, austauschen und in kurzer Zeit möglichst viele relevante Informationen erhalten. Formate wie Marktplätze, Begegnungszonen oder offene Speaker’s Corner fördern spontane Gespräche und schaffen Mehrwert, der digital kaum entsteht. Eine Messe wird dann attraktiv, wenn sie als Plattform funktioniert – nicht nur als Ansammlung von Ständen.»

Simon Hämmerli: «Aus Sicht der Branche entsteht Attraktivität durch inhaltliche Tiefe. Neben Produkten braucht es Orientierung, Vergleichsmöglichkeiten und Wissenstransfer. Innovation Pitches, Weiterbildung und thematische Diskussionen machen eine Messe zu einem «Place to be». Entscheidend ist der Mehrwert: Besucherinnen und Besucher sollen an zwei Tagen Erkenntnisse gewinnen, die sie sich sonst nur mit deutlich höherem Aufwand beschaffen könnten.»

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ineltec – Schweizer Marktplatz für die Elektrobranche

Messedauer, Öffnungszeiten

Mittwoch, 9. September 2026, 9 bis 17 Uhr
Donnerstag, 10. September 2026, 9 bis 17 Uhr

Messe Zürich, Hallen 3 bis 6

www.ineltec.ch

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