Eine neue Analyse des Bundes liefert Kantonen eine wichtige Planungsgrundlage für den Ausbau der Solarenergie. Ziel ist es, Flächen mit grossem Potenzial für Photovoltaikanlagen von nationalem Interesse zu identifizieren – unter Rücksicht auf Natur und Landschaft.


Redaktionelle Bearbeitung: eTrends


Wo in der Schweiz lohnt es sich, Solaranlagen ausserhalb von Gebäuden zu realisieren? Dieser Frage sind vier Bundesämter mit einer detaillierten Geodatenanalyse nachgegangen. Die Ergebnisse sollen Kantonen helfen, in ihrer Richtplanung geeignete Gebiete für freistehende Photovoltaikanlagen auszuweisen – ein Auftrag, den sie mit dem revidierten Energiegesetz erhalten haben.

Die Analyse basiert auf flächendeckend verfügbaren Geodaten und berücksichtigt sowohl technische als auch ökologische Kriterien. Eingeflossen sind unter anderem Informationen zur Sonneneinstrahlung, Hangneigung, Erschliessung und Nähe zu bestehender Infrastruktur. Gleichzeitig wurden Schutzinteressen etwa aus dem Natur-, Landschafts- und Gewässerschutz bewertet und in fünf Schutzkategorien eingeteilt.

Standorte mit hohem Winterstromertrag geprüft

Als besonders relevant gelten Standorte mit hohem spezifischem Winterstromertrag, geringer Verschattung und gutem Zugang. Für den Bund prüfenswert sind jene Flächen, die sowohl energetisch interessant als auch kaum durch Schutzinteressen eingeschränkt sind. Solche Gebiete machen rund sechs Prozent der Landesfläche aus – etwa 240'000 Hektaren.

Die Ergebnisse sind nicht verbindlich, bieten aber eine Orientierung für die planerische Arbeit der Kantone. Diese müssen zusätzlich ihre eigenen Schutzinteressen, die elektrische Erschliessung sowie wirtschaftliche Aspekte einbeziehen. Der Bericht hebt hervor, dass auch ausserhalb der identifizierten Gebiete geeignete Standorte bestehen können.

Die Publikation ist ein Werkzeug – kein Plan. Ihre Aussagekraft liegt in der Übersicht, nicht in der Detailgenauigkeit. Entscheidend bleibt die vertiefte Prüfung vor Ort.

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