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Simplee wächst: Mit NexBlue kommt ein neuer AC-Ladepartner ins Portfolio. Der Launch-Event im Glattzentrum machte deutlich, dass es dabei um mehr geht als ein zusätzliches Produkt.
Text und Fotos: René Senn
Simplee positioniert sich seit Jahren als spezialisierter Partner für Elektromobilität in der Schweiz. Das bestehende Angebot umfasst mit Alpitronic, Wallbox und Easee sowohl AC- als auch DC-Lösungen für den Markt. Mit NexBlue kommt nun ein weiterer attraktiver AC-Ladepartner hinzu. Was der Launch-Event im Glattzentrum deutlich machte: Es geht nicht darum, ein bestehendes Produkt zu ersetzen, sondern das Portfolio gezielt zu vertiefen.
Managing Partner Debora Bottana brachte das in ihrer Videobotschaft auf den Punkt: «Easee bleibt, und wir bauen auf diesem soliden Fundament weitere Möglichkeiten aus. Dazu passt NexBlue perfekt. Die Stärke von Easee und die Dynamik von NexBlue machen uns als Simplee, Sie als Installateure und Planer, aber auch unsere Kunden zukunftsfähiger.»
Einfach in der Anwendung, stark im Hintergrund
Ariane Mellenthin, Teamlead Marketing bei Simplee, ergänzte, warum NexBlue gut zum Schweizer Markt passe: «Technologisch stark im Hintergrund, gleichzeitig einfach in der Anwendung und gut zugänglich. Anders gesagt: Die Komplexität wird gelöst, bevor sie bei Ihnen ankommt.» Genau das, so Mellenthin, treffe den Nerv des Schweizer Marktes.
Das Zielpublikum der neuen Produkte ist klar definiert: Geschäftskunden, Immobilieneigentümer, Flottenbetreiber, Elektroinstallateure und Energieversorger.
Offene Plattform mit Schweizer Anforderungen im Blick
Technisch setzt NexBlue auf eine offene, integrationsfähige Plattform mit flexibler Internetanbindung via WLAN oder eSIM, Modbus TCP, Local OCPP, OCPP-2.x-Readiness und ISO-15118-Readiness. Hinzu kommen Funktionen wie Cloud-Loadbalancing, Solarladen und dynamisches Lastmanagement.
Letzteres lässt sich mit dem NexBlue Zen Stromsensor besonders einfach umsetzen: Der Sensor arbeitet wahlweise in der Cloud oder lokal und lässt sich direkt über die App konfigurieren.
Ergänzt wird das Portfolio durch NexBlue Ready, eine Lösung für vorinstallierte Backplates und Blindabdeckungen, die eine schnelle Installation ermöglicht und den Standort gleichzeitig für spätere Erweiterungen vorbereitet.
Produkte für jede Installationsgrösse
Lukas Herter, der bei Simplee das Produktmanagement der neuen Lösungen verantwortet, gab den anwesenden Partnern einen strukturierten Überblick über das gesamte NexBlue-Portfolio. Für kompaktere Setups bis zu fünf Ladestationen stellte er die Modelle Edge 2 und Edge Max mit MID-Zulassung vor: zweiteiliger Aufbau mit Backplates, Blindabdeckungen und Chargeberry, integrierte Schutzfunktionen sowie flexible Internetanbindung per eSIM oder WLAN.
Für grössere Infrastrukturen empfiehlt sich die Produktreihe Delta und Delta Max, ebenfalls mit MID-Option und demselben zweiteiligen Aufbau aus Backplates, Blindabdeckungen und Chargeberry.
Diese skalierbare Lösung bietet erweiterte Kommunikations- und Lastmanagementfunktionen und eignet sich für Tiefgaragen, Ladeparks und alle Anwendungen, bei denen Flexibilität und einfache Installation im Vordergrund stehen. Ergänzt wird das Portfolio durch umfangreiches Zubehör und Anschlusslösungen für Installation, Energiemanagement, Erweiterung und Nachrüstung.
Von der Installation bis zur digitalen Übergabe
Fabio Maurer aus Technologie & Support demonstrierte, wie sich eine komplette Ladeinfrastruktur mit der NexBlue-Partner-App aufbauen, verwalten und an Kunden übergeben lässt. In der App lassen sich Standorte anlegen, Ladegruppen strukturieren, Versorgungselemente abbilden, Stromstärken einstellen, Ladepunkte einzelnen Parkplätzen zuordnen sowie Kommunikationswege wie Direktverkabelung, WLAN oder eSIM konfigurieren. Auch Lastmanagement und Solar-Einbindung wurden in der Live-Demo gezeigt. Die gesamte Konfiguration des Ladeparks erfolgt über diese eine App und ist anschliessend im Installer-Portal sichtbar, wo sich die Anlage und jeder einzelne Ladepunkt überwachen und warten lässt. Für Endnutzer steht eine separate NexBlue-User-App zur Verfügung.
Mehr als eine Portfolioerweiterung
Rolf Schmid, Teamlead Beratung & Verkauf, brachte es zum Abschluss auf den Punkt: Es sei ein besonderer und durchaus emotionaler Moment für Simplee, den man gerne gemeinsam mit Partnern und Gästen feiere. Der Launch von NexBlue markiert mehr als eine Portfolioerweiterung. Mit einem selektierten, aufeinander abgestimmten Angebot von AC bis DC positioniert sich Simplee als unabhängiger Anbieter für Ladelösungen in der Schweiz, der für jede Anforderung die passende Lösung mitbringt.
Der erste offizielle Kunde von NexBlue in der Schweiz

Ein konkretes Marktsignal gab es noch am selben Nachmittag: Bastian Nowack von der SyEnergy AG in Stans bestellte direkt am Event die ersten Stationen und ist damit der erste offizielle Kunde von NexBlue in der Schweiz.
Chris Jenssen: «Wir wollen den Schweizer Markt nicht halbherzig angehen»
Im Gespräch mit eTrends erklärte Chris Jenssen, weshalb NexBlue auf den Schweizer Markt setzt, was Simplee als Partner auszeichnet und warum Agilität in diesem Umfeld kein Schlagwort, sondern ein echter Faktor ist.
René Senn, eTrends: Was unterscheidet den Schweizer Markt von anderen Märkten?
Chris Jenssen: Ich habe den Eindruck, dass die Menschen hier insgesamt sehr gut ausgebildet sind, besonders die Installateure und Fachleute in der Ladeinfrastruktur. Diese Kompetenz ist im Schweizer Markt besonders ausgeprägt.
Auf der Bühne war von einem «perfect match» zwischen NexBlue und Simplee die Rede. Warum?
Weil wir ähnliche Werte teilen. Wenn wir etwas lancieren, dann machen wir es richtig und mit echtem Mehrwert. Gleichzeitig bringt Simplee ein grosses Know-how sowie enormes Wissen über den Schweizer Markt mit. Genau diese Kombination ist für uns entscheidend.
Der Schweizer Markt ist überschaubar und stark besetzt. Warum soll NexBlue hier erfolgreich sein?
Weil wir sehr agil sind. Wir können Entscheidungen schnell treffen und neue Produkte oder Funktionen rasch umsetzen. Wo andere Anbieter Jahre brauchen, sprechen wir eher von Monaten. Gerade das ist in einem anspruchsvollen Markt wie der Schweiz ein Vorteil.
Welche Rolle spielt Simplee beim Markteintritt?
Simplee kennt den Schweizer Markt sehr genau. Für uns ist das auch deshalb wichtig, weil wir auf Partner hören. Wenn aus dem Markt Anforderungen kommen, nehmen wir diese auf und entwickeln gemeinsam weiter.
Ist Offenheit für neue Integrationen und Anwendungsfälle ebenfalls ein Thema?
Ja, absolut. Wenn sich im Schweizer Markt Chancen ergeben, etwa im Zusammenspiel mit Energiemanagement oder Gebäudeautomation, dann sind wir offen, solche Anforderungen aufzunehmen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Was überzeugt Sie persönlich an der Zusammenarbeit mit Simplee?
Die Kombination ist sehr stark. Simplee bringt die Kompetenz für den Schweizer Markt mit, wir können schnell entscheiden und entwickeln. Das ist eine Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren, und letztlich auch die Kunden.
Vielen Dank für das Interview Chris, und viel Erfolg im Schweizer Markt.
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