Sonepar Suisse hat sein Central Distribution Center in Wallisellen mit zusätzlichen 6’000 Quadratmetern Lagerfläche fertiggestellt. Doch bei der Eröffnung wurde deutlich: Der Standort ist mehr als ein Ausbau der Logistik. Sonepar will auch seine Rolle als Partner der Elektrobranche weiterentwickeln.
Autor: René Senn / Sonepar
Bilder: René Senn / Sonepar
Mit der offiziellen Eröffnung des vollständig ausgebauten Central Distribution Centers (CDC) in Wallisellen schliesst Sonepar Suisse ein mehrjähriges Ausbauprojekt ab. Das 2020 in Betrieb genommene Zentrallager wurde seither kontinuierlich erweitert. Mit der jüngsten Etappe kommen zu den bestehenden 10’000 Quadratmetern auf drei Ebenen weitere 6’000 Quadratmeter Lagerfläche hinzu.
Im bestehenden CDC arbeiten unter anderem ein AutoStore-System mit 55’000 Behältern und 70 Robotern sowie ein vollautomatisches Hochregallager mit 6’000 Palettenplätzen. Wie der bestehende Gebäudeteil wurde auch der Erweiterungsbau in Holzbauweise realisiert und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet.
«Die elektrische Zukunft gewinnt keiner allein»
Bei der Eröffnung stellte CEO Raphael Maier jedoch nicht allein die zusätzlichen Kapazitäten in den Mittelpunkt. Der Ausbau steht auch für die weitere Entwicklung von Sonepar in der Schweiz.
«Die elektrische Zukunft gewinnt keiner allein», sagte Maier. Mit der zunehmenden Elektrifizierung und der wachsenden Komplexität von Gebäudeautomation und anderen technischen Lösungen werde die Zusammenarbeit innerhalb der Branche wichtiger. Sonepar sehe sich dabei als Grosshändler, der die Brücke zwischen Herstellern und Kunden schlägt.
Auch der Standort in Wallisellen soll deshalb mehr sein als Logistik. Verschiedene Kompetenzen und Bereiche sollen hier zusammenkommen und stärker miteinander vernetzt werden. «Wir investieren in den Schweizer Markt, in die Entwicklung, in die Elektrifizierung und in die Weiterentwicklung der Schweizer Infrastruktur», sagte Maier. Getragen wird diese Entwicklung von Raphael Maier, der seit Oktober 2025 als CEO von Sonepar Suisse amtet, und einer neu aufgestellten Geschäftsleitung: Sabrina Gysi (Legal & Compliance), Stephan de Gruijter (Finance & Controlling), Philipp Guidetti (Operations), Jan Linder (Sales) und Jessica Hirvonen (Verticals, ab 1. Oktober 2026).
Vom Distributor zum Lösungsanbieter
Dass diese Entwicklung Teil einer internationalen Strategie ist, zeigte Jérôme Malassigne, President Sonepar Europe & Global Sourcing und Mitglied der Gruppenleitung, der eigens aus Paris angereist war. Das familiengeführte Unternehmen ist in 40 Ländern tätig, beschäftigt weltweit rund 46’000 Mitarbeitende und erzielte 2025 einen Umsatz von 33,6 Milliarden Euro. Die Gruppe hat das Ziel, diesen Umsatz auf 50 Milliarden Euro auszubauen.
Malassigne beschrieb einen Wandel vom klassischen Vertrieb einzelner Produkte hin zu umfassenderen Lösungen. Kunden erwarteten zunehmend eine One-Stop-Shop-Lösung und wollten die für ihre Projekte benötigten Produkte und Dienstleistungen möglichst aus einer Hand beziehen.
Entsprechend investiert Sonepar stark in Logistik und Digitalisierung: Weltweit flossen rund 2,5 Milliarden Euro in die Supply Chain und mehr als 60 Distribution Center wurden aufgebaut; weitere rund eine Milliarde Euro investierte die Gruppe in ihre digitale Plattform.
Malassigne nannte Energiespeicher, Rechenzentren und Klimatisierung als zentrale Wachstumsbereiche. Entsprechend wolle Sonepar neben Infrastruktur und Digitalisierung auch weiter in Menschen und Training investieren. Denn Fachkräftemangel und steigende technische Anforderungen führten dazu, dass Installationsunternehmen zunehmend Unterstützung bei Know-how und Ausbildung benötigten.
«Ein Stück Infrastruktur für die Schweizer Wirtschaft»
Wie wichtig eine leistungsfähige Logistik für die Industrie ist, brachte Wallisellens Stadtpräsident Adrian Bangerter aus eigener Erfahrung als Unternehmer im Maschinenbau auf den Punkt. Fehle bei einer mehrere hunderttausend Franken teuren Werkzeugmaschine ein Kabel, Sensor, Stecker oder Relais, könne ein vergleichsweise kleines Bauteil die gesamte Produktion zum Stillstand bringen.
«Logistik bedeutet Verfügbarkeit. Sie bedeutet Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und letztlich Vertrauen», sagte Bangerter. Entsprechend werde in Wallisellen nicht einfach eine neue Halle eröffnet: «Wir eröffnen ein Stück Infrastruktur für die Schweizer Wirtschaft.»
Für Sonepar Suisse ist Wallisellen damit mehr als ein Logistikstandort. Es ist die Basis, von der aus das Unternehmen seine Rolle in der Schweizer Elektrobranche weiterentwickeln will – mit 550 Mitarbeitenden an 15 Standorten und dem Rückenwind einer Gruppe, die weltweit auf Wachstum setzt.
Impressum
Autor: René Senn / Sonepar
Bilder: René Senn / Sonepar
Informationen
Firma
URL
Veröffentlicht am:

