ennovatis mit Hauptsitz in Olten und einer Niederlassung in Deutschland entwickelt seit 2000 digitale Lösungen für intelligentes Energiemanagement. Die Systeme schaffen Transparenz im Energieverbrauch, senken Betriebskosten und helfen Unternehmen, Immobiliengesellschaften sowie der öffentlichen Hand, ihre Immobilien effizient zu betreiben, die Klimaziele zu erreichen und bedarfsgerecht abzurechnen.

Schon vor 25 Jahren stand bei Philipp Grob das Thema Energie im Zentrum, lange bevor Energiemonitoring, Dekarbonisierung oder Smart Meter in der Breite angekommen waren. Heute zählt ennovatis zu den innovativsten Anbietern im Bereich intelligenter Energielösungen.
Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer über unternehmerischen Mut, technologische Entwicklung – und was ihn heute noch genauso antreibt wie am ersten Tag.
Redaktionelle Bearbeitung: eTrends
Herr Grob, erinnern Sie sich noch an den Moment, als Ihnen klar wurde: Energie ist Ihr Thema?

Ja, das war eigentlich ganz früh. Ich habe eine Lehre als Automatiker gemacht und schnell gemerkt: Energie wird ein zentrales Thema unserer Zukunft. Deshalb habe ich mich für das Studium in Gebäudetechnik entschieden – dort kann man wirklich etwas bewirken.
Im Jahr 2000 war Energiemanagement noch ein Nischenthema. Wie kam es zur Gründung von ennovatis?
Das Unternehmen geht ursprünglich auf ein Forschungsprojekt zur Minimierung des Energieverbrauchs in Gebäuden an der Universität Stuttgart zurück. Mit den Erfahrungen aus diesem Projekt beschlossen Roland Kopetzky und Hartmut Freihofer die Gründung der Firma ennovatis zu wagen.
Einige Jahre später war ich selbst in ein Innovationsprojekt zum Thema Energiemonitoring eingebunden und kam dabei erstmals mit ennovatis in Kontakt. In der Schweiz steckte die Firma damals noch in den Anfängen: viel IT-Know-how, aber wenig Erfahrung im Energie- und Gebäudebereich. Genau darin sah ich eine Chance, übernahm das Unternehmen und habe es seither Schritt für Schritt aufgebaut.
Gab es diesen einen Moment, in dem Sie wussten, dass es funktionieren wird?
Ich glaube, ich wusste eher: Ich will, dass es funktioniert (lacht). Und ich war überzeugt, dass es gehen kann und zwar mit Ausdauer, einem klaren Fokus und guten Leuten. Diese Überzeugung war stärker als jeder Zweifel.
Was war rückblickend der wichtigste Entwicklungsschritt in den letzten 25 Jahren?
Der Moment, als wir unser Geschäftsmodell klar fokussiert haben: weg von zu vielen Geschäftsbereichen, hin zu unserer Kernkompetenz – die intelligente Nutzung von Energiedaten. Heute bieten wir Lösungen aus einer Hand: vom Zählereinbau über Monitoring bis zur automatisierten Abrechnung und Reporting.
Wo steht ennovatis heute und wer sind Ihre Kunden?
Wir betreuen rund 25’000 Gebäude mit unserer Software. Unsere Kunden sind Pensionskassen, Immobiliengesellschaften, Industriebetriebe, aber auch der Bund und Gemeinden gehören dazu.
Besonders stark sind wir, wenn es darum geht, komplexe Portfolios energieeffizient zu steuern. Wir denken dabei nicht nur theoretisch, sondern setzen dann auch wirklich um.

Wo steht ennovatis heute und wer sind Ihre Kunden?
Wir betreuen rund 25’000 Gebäude mit unserer Software. Unsere Kunden sind Pensionskassen, Immobiliengesellschaften, Industriebetriebe, aber auch der Bund und Gemeinden gehören dazu.
Besonders stark sind wir, wenn es darum geht, komplexe Portfolios energieeffizient zu steuern. Wir denken dabei nicht nur theoretisch, sondern setzen dann auch wirklich um.
Energie ist heute so politisch wie nie. Wie prägt das Ihre Arbeit?
Die Herausforderungen werden komplexer und die Zeit immer knapper. Klimawandel, globale Krisen und neue Gesetze fordern schnelle Antworten. Gleichzeitig steigen die Ansprüche an Transparenz und Kontrolle, besonders beim Thema Nachhaltigkeit und Reporting. Hier sehen wir unseren Beitrag als Datenlieferant, Lösungspartner und Impulsgeber. Da sind wir mittendrin.
Innovation ist Teil Ihres Firmennamens, aber was bedeutet Innovation für Sie ganz persönlich?
Innovation beginnt für mich immer mit einem Problem, das gelöst werden muss. Ich war nie jemand, der sich über Herausforderungen beklagt, sondern ich will Lösungen finden.
Technologische Innovation bedeutet: Wir müssen Systeme vernetzen, Energieflüsse intelligent steuern und z.B. dafür sorgen, dass das E-Auto lädt, wenn die PV-Anlage Strom liefert oder der Speicher das Stromnetz entlastet. Das ist unser Anspruch. Ein Zurück in die alte Welt von wenigen zentralen Kraftwerken ist für mich, auch unter der aktuellen sicherheitspolitischen Lage, kein Thema.
Wie würden Sie Ihr Team beschreiben?
Familiär, lösungsorientiert und technisch sehr stark. Wir haben Ingenieure mit viel Erfahrung, aber auch junge Talente, die neue Ideen einbringen. Wir sind ein schlagkräftiges Team mit viel Knowhow in der Schweiz und Deutschland.

Sie haben ennovatis Schweiz und später auch den deutschen Standort übernommen. War das von Anfang an der Plan?
Nein, das hat sich entwickelt. Ich habe gesehen, dass in beiden Märkten Potenzial vorhanden ist, aber es auch viel zu tun gibt. Gerade die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz habe ich am Anfang unterschätzt. Aber auch dort haben wir ennovatis neu aufgestellt und heute läuft es gut.
Was haben Sie in diesen 25 Jahren gelernt?
Geduld. Und Zuversicht. Ich habe zwei Startups übernommen, die noch nicht rentabel waren – und sie zum Laufen gebracht und das freut mich enorm. Es braucht Mut, Sitzleder und die Überzeugung: Wenn man dranbleibt, dann kommt es gut. Ich würde es jederzeit wieder tun (lacht).
Und was treibt Sie heute noch an – nach 25 Jahren?
Die Neugier. Und das Gefühl, dass wir mit dem, was wir tun, etwas Sinnvolles beitragen. Energie smarter nutzen ist für mich nicht nur eine technische Aufgabe, sondern auch ein gesellschaftlicher Hebel, um für alle etwas zu bewirken. Genau das motiviert mich Tag für Tag aufs Neue.
Über ennovatis
Impressum
Textquelle: ennovatis Schweiz AG
Bildquelle: ennovatis Schweiz AG
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