Die Drosselung von Photovoltaik-Anlagen galt lange als notwendiges Übel der Energiewende. Doch genau dieser Eingriff ins Netz wird nun zur Einnahmequelle. Die Unternehmen sun2wheel und convoltas zeigen mit einem neuen Vermarktungsmodell, wie flexible PV-Anlagen im Regelenergiemarkt deutlich höhere Erlöse erzielen können als mit klassischer Einspeisung.
Advertorial: sun2wheel
Die Schweiz treibt den Ausbau der Solarenergie mit Nachdruck voran und steuert auf eine Verfünffachung der Produktionskapazität zu. Bereits heute produzieren Photovoltaik-Anlagen an sonnigen Tagen mehr Strom, als die Netze aufnehmen können. In der Praxis bedeutet das: Anlagen werden gedrosselt, der überschüssige Strom bleibt ungenutzt und unvergütet.
Genau hier setzt das neue Modell an. Statt Produktionsspitzen einfach zu kappen, wird die Flexibilität der Anlagen systematisch vermarktet. Betreiber stellen dem Stromnetz kurzfristig Leistung zur Verfügung, indem sie ihre Einspeisung gezielt reduzieren, und erhalten dafür eine Vergütung.
Virtuelles Kraftwerk aus PV-Anlagen
Möglich wird dies durch eine von sun2wheel entwickelte Technologie, die Photovoltaik-Anlagen aus der ganzen Schweiz zu einem virtuellen Kraftwerk bündelt. Gemeinsam mit convoltas wird dieses Potenzial unter dem Produktnamen «Profit-Plus» erstmals marktbasiert genutzt.
«Bei Stromüberschuss im Netz drosseln wir PV-Anlagen und machen daraus ein lukratives Geschäftsmodell für Anlagenbetreiber», sagt Sandro Schopfer, CEO und Mitgründer von sun2wheel.
Pilotbetrieb mit messbarem Ertrag
Seit Juni 2025 läuft das System im produktiven Einsatz innerhalb des Swissgrid-Pilotprojekts PV4Balancing. Die Ergebnisse fallen deutlich aus: Pro installierter Kilowatt Leistung erzielten die beteiligten Anlagen rund zehn Franken Zusatzvergütung. Laut den Projektpartnern steigert das die Rendite einer Photovoltaik-Anlage um über 20 %.
Gedrosselt wird dabei nur punktuell. Im Schnitt betrifft es vier bis acht Stunden pro Monat, hauptsächlich an Wochenenden oder bei wechselhaftem Wetter. «Unsere Kundinnen und Kunden verdienen angesichts sinkender Einspeisetarife mit Flexibilität heute mehr als mit der reinen Einspeisung ins Netz», erklärt Fabian Gloor, Vertriebsleiter bei convoltas. Bereits über 100 Grossanlagen sind laut Unternehmen unter Vertrag.
Einstieg in den Regelenergiemarkt
sun2wheel ist nach eigenen Angaben der erste Anbieter, der Photovoltaik-Anlagen auch ausserhalb des Pilotprojekts im Regelenergiemarkt vermarkten kann. Möglich wird dies durch ein KI-basiertes Verfahren, das ohne zusätzliche Sensorik und mit geringem Installationsaufwand auskommt.
Damit lassen sich neu auch mittelgrosse Anlagen einbinden. Perspektivisch soll die Lösung auch für kleinere Anlagen, etwa auf Einfamilienhäusern, geöffnet werden.
Flexibilität als neue Währung im Stromnetz
Mit der wachsenden Solarstromproduktion steigt auch der Bedarf an steuerbarer Flexibilität. «Wir brauchen nicht nur mehr Photovoltaik, sondern auch mehr Flexibilität», ordnet Schopfer ein. Die Software von sun2wheel bindet Anlagen innerhalb weniger Minuten in das virtuelle Kraftwerk ein, ohne Vorlaufkosten für die Betreiber.
Gleichzeitig unterstützt das System die Vorgaben der sogenannten 3%-Regel, indem Produktionsspitzen automatisch reduziert oder in Batterien und Elektrofahrzeugen gespeichert werden. Betreiber können diese Eingriffe erstmals aktiv vermarkten, statt sie unvergütet hinnehmen zu müssen.
Flexibilität stärkt Wirtschaftlichkeit und Netzstabilität
Das Produkt «Profit-Plus» zeigt exemplarisch, wie technologische Steuerung und Marktmechanismen zusammenspielen können. Wenn Solarstrom nicht nur produziert, sondern auch flexibel geführt und vergütet wird, profitieren Anlagenbetreiber, Netzbetreiber und die Versorgungssicherheit gleichermassen. Flexibilität wird damit zu einem zentralen wirtschaftlichen Faktor der Schweizer Solarwirtschaft.
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