- Grundbildung: Elektroinstallateurin EFZ mit Berufsmaturität, EWS AG, Abschluss 2017.
- Aktuelle Tätigkeit: Projektleiterin mit Schwerpunkt Gebäudeautomation, De Boni Elektro AG: ca. 60 % Büro, 20 % Programmierung/Integration, 20 % Baustelle/Aussentermine.
- Weiterbildung: Projektleiterin Gebäudeautomation mit eidg. Fachausweis (abgeschlossen).
- Das gefällt ihr am Beruf: Die Vielseitigkeit, die Abwechslung, das logische Denken und die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
- Projekte: Pflegeheime, Wohnbauten, Villen, Büro- und Gewerbegebäude
- Beruflich steht sie für: Übersicht, Schnittstellen-Denken, Lösungen, die in zehn Jahren noch funktionieren
Sie bringt Heizung, Beschattung, Licht und Photovoltaik dazu, miteinander zu sprechen: Santina Müller ist Projektleiterin Gebäudeautomation bei der De Boni Elektro AG. Sie ist überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg im Zuhören und Verstehen steckt.
Text: René Senn
Fotos: Michael Donadel
Mein Start in die Branche
Für mich war schon früh klar, dass es etwas Technisches sein darf. Vier meiner Cousinen haben in einem technischen Bereich eine Lehre gemacht. Bei uns zuhause war es also nie ein Thema, ob ein Beruf für Frauen oder für Männer geeignet ist. Als ich mich entschieden habe, Elektroinstallateurin zu lernen, meinte mein Grossvater nur mit einem Augenzwinkern: «Wieso nicht Maurerin? Wir haben schon eine Elektroinstallateurin.» Das Handwerk hat er nie infrage gestellt. So habe ich 2017 die Ausbildung zur Elektroinstallateurin EFZ mit Berufsmaturität abgeschlossen.
Schon in der Lehre wurde ich auf Baustellen mit Steuerungssystemen und Automatisierungen konfrontiert. Während das Programmieren damals noch bei den anderen blieb, durfte ich «nur» Geräte anschliessen. Die coolen Funktionen, die ich beobachten konnte, haben mich fasziniert. So bin ich dann in die Gebäudeautomation gerutscht.
Sie bringt Heizung, Beschattung, Licht und Photovoltaik dazu, miteinander zu sprechen: Santina Müller ist Projektleiterin Gebäudeautomation bei der De Boni Elektro AG. Sie ist überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg im Zuhören und Verstehen steckt.
Text: René Senn
Fotos: Michael Donadel
Mein Start in die Branche
Für mich war schon früh klar, dass es etwas Technisches sein darf. Vier meiner Cousinen haben in einem technischen Bereich eine Lehre gemacht. Bei uns zuhause war es also nie ein Thema, ob ein Beruf für Frauen oder für Männer geeignet ist. Als ich mich entschieden habe, Elektroinstallateurin zu lernen, meinte mein Grossvater nur mit einem Augenzwinkern: «Wieso nicht Maurerin? Wir haben schon eine Elektroinstallateurin.» Das Handwerk hat er nie infrage gestellt. So habe ich 2017 die Ausbildung zur Elektroinstallateurin EFZ mit Berufsmaturität abgeschlossen.
Schon in der Lehre wurde ich auf Baustellen mit Steuerungssystemen und Automatisierungen konfrontiert. Während das Programmieren damals noch bei den anderen blieb, durfte ich «nur» Geräte anschliessen. Die coolen Funktionen, die ich beobachten konnte, haben mich fasziniert. So bin ich dann in die Gebäudeautomation gerutscht.
Zur Person und Ausbildung von Selina Winzer
Was ich tue: Systeme dirigieren
Wenn mich jemand fragt, was ich beruflich mache, sage ich: Ich vernetze die verschiedenen Systeme im Gebäude, damit sie miteinander sprechen können. Dann kannst du das Beschattungssystem nutzen, um die Heizung zu unterstützen, weil bei Sonnenschein die Storen nicht heruntergelassen werden. Oder du kannst dein Elektroauto genau dann laden, wenn Sonnenstrom verfügbar ist. Hätte mein Beruf noch keinen Namen, würde ich ihn deshalb Gebäudedirigentin nennen. Eine gute Gebäudeautomation führt unterschiedliche Stimmen zu einem harmonischen Ganzen zusammen.
Plug-and-Play vs. professionelle Lösung
Der Markt ist heute voll von Konsumtechnik, die jeder privat kaufen, einfach einstecken und übers Handy einrichten kann. Wir hingegen liefern professionelle Lösungen, die eine lange Lebensdauer haben und auch in zehn Jahren noch kompatibel sind. Kunden erklärt man das am besten über die praktische Anwendung und die Emotion. Ein Beispiel: Wer morgens im Halbschlaf sechs Knöpfe drücken muss, um in den Tag zu starten, freut sich, wenn plötzlich ein einziger Tastendruck genügt, und der Tag beginnt. Mit der Emotion werden Menschen abgeholt.
Schnittstellen sind der Knackpunkt
Die Herausforderung in der Gebäudeautomation ist, die vielen komplexen Systeme dazu zu bringen, dass sie miteinander kommunizieren. Von aussen wirkt das nicht immer so. Die eigentliche Kunst ist es, den Überblick über die Schnittstellen zu behalten und zu wissen: Wer kommuniziert mit wem und wie.
Aktiv zuhören hilft da enorm. Der Schlüssel ist zu verstehen, was die Kunden mit dem Gesagten meinen, und dann selbst in einer verständlichen Sprache zu kommunizieren. Wir sind oft im Fachjargon unterwegs. Wenn ein Bauherr nicht versteht, was wir bauen, wird die Lösung nicht zu seiner Lösung. Erklären und Miteinbeziehen gehört für mich zum absoluten Kern der Projektleitung.
Schnittstellen sind der Knackpunkt
Die Herausforderung in der Gebäudeautomation ist, die vielen komplexen Systeme dazu zu bringen, dass sie miteinander kommunizieren. Von aussen wirkt das nicht immer so. Die eigentliche Kunst ist es, den Überblick über die Schnittstellen zu behalten und zu wissen: Wer kommuniziert mit wem und wie.
Aktiv zuhören hilft da enorm. Der Schlüssel ist zu verstehen, was die Kunden mit dem Gesagten meinen, und dann selbst in einer verständlichen Sprache zu kommunizieren. Wir sind oft im Fachjargon unterwegs. Wenn ein Bauherr nicht versteht, was wir bauen, wird die Lösung nicht zu seiner Lösung. Erklären und Miteinbeziehen gehört für mich zum absoluten Kern der Projektleitung.
Wenn ich Bundesrätin wäre
Wenn ich morgen Bundesrätin wäre, würde ich in der Energiepolitik sofort eines tun: Photovoltaik auf jedem Dach zur Pflicht machen, sobald ein Haus gebaut oder umgebaut wird. Mich fasziniert an der Photovoltaik, dass jede und jeder seinen Strom selber produzieren kann. Die Anlagen «liegen» den ganzen Tag oben und produzieren Strom, ohne Bewegung und ohne Lärm. Das ist eine faszinierende Technologie und ein wichtiges Geschäftsfeld für die Branche.
Projekt Altersheim
Ein Projekt hat mich besonders weitergebracht. Ich durfte ein grosses Altersheim automatisieren, bei dem sehr verschiedene Bedürfnisse zusammenliefen: Die bauseitigen Funktionen wie eine automatische Beschattung, die Bedürfnisse von Reinigungs- und Pflegepersonal, und zu guter Letzt müssen auch die Bewohnenden die Schalter bedienen können. Die vielen Perspektiven zu dirigieren, hat mich wachsen lassen. An so einem gesellschaftlich wichtigen Projekt zu arbeiten, macht einen dann auch stolz.
Frau-Sein, ein Thema?
Ich sehe für mich in der Gebäudeautomation keine zusätzliche Herausforderung als Frau. Bei mir zuhause war das nie ein Thema, in meiner Lehre und in meiner heutigen Arbeit auch nicht. Wenn ich an einer Weiterbildung als einzige Frau unter sechzehn Männern sitze, fällt mir das inzwischen nicht mehr auf. Hin und wieder gibt es diesen kurzen Blick. Spätestens wenn man sich unterhält, ist das vorbei. In unserem Job zählt zuzuhören, zu verstehen und zu kommunizieren. Wer das kann, kommt weiter.
Frau-Sein, ein Thema?
Ich sehe für mich in der Gebäudeautomation keine zusätzliche Herausforderung als Frau. Bei mir zuhause war das nie ein Thema, in meiner Lehre und in meiner heutigen Arbeit auch nicht. Wenn ich an einer Weiterbildung als einzige Frau unter sechzehn Männern sitze, fällt mir das inzwischen nicht mehr auf. Hin und wieder gibt es diesen kurzen Blick. Spätestens wenn man sich unterhält, ist das vorbei. In unserem Job zählt zuzuhören, zu verstehen und zu kommunizieren. Wer das kann, kommt weiter.
Zuhause in der Branche
Zuhause in der Branche heisst für mich, dass ich täglich meine Fähigkeiten einsetzen und mein technisches Interesse stillen kann. An meinem Beruf reizt mich die extreme Vielseitigkeit und die Verknüpfung zwischen dem logischen Denken und den kommunikativen Herausforderungen. Die Elektrobranche ist breit und bietet viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. In zehn Jahren sieht meine Tätigkeit vielleicht schon ganz anders aus, und ich werde trotzdem noch Teil der Elektrobranche sein.
Der Blick in die Zukunft
Die Schnittstellen werden mehr. Das zeigen die Entwicklungen von Gebäudeautomation, Photovoltaik, Energiemanagement und Co. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an die Kommunikation mit Bauherrschaften, anderen Gewerken sowie mit Kundinnen und Kunden. Alle wissen unterschiedlich viel. Für die Branche wünsche ich mir deshalb eine Grundbildung, die mit dieser Geschwindigkeit Schritt hält. Toll ist, wenn Betriebe ihren Leuten Raum geben. Raum, um auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln. Denn ein Gebäude zu dirigieren, lernt man in der Praxis.
Impressum
Text: René Senn
Bildquelle: Michael Donadel
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